Jochen und Hans-Wolfgang Geis: Mutige Investitionen in schwierige Märkte

Premiere in der LEO-Geschichte: Wie einst ihre Väter wurden in diesem Jahr auch die Söhne ausgezeichnet. Sie führen das Familienunternehmen in der dritten Generation und richten es mit Zukäufen auf Wachstum aus. 

Jochen (links) und Hans-Wolfgang Geis, LEO-Preisträger in der Kategorie „Unternehmer“. (Foto: Marco Grundt)

Premiere in der LEO-Geschichte: Erstmals wurde ein LEO zum zweiten Mal an Mitglieder derselben Unternehmerfamilie verliehen. Nachdem 2012 Wolfgang und Hans-Georg Geis die Auszeichnung bekamen, wurden in diesem Jahr ihre Söhne Jochen und Hans-Wolfgang Geis mit dem LEO in der Kategorie „Unternehmer“ geehrt. 

Seit rund zehn Jahren sind die beiden diesjährigen Preisträger geschäftsführende Gesellschafter und haben die Speditionsgruppe deutlich weiterentwickelt. Die Cousins führen die Geis Gruppe in der dritten Generation, und das wirklich gemeinsam. Sie verstehen sich hervorragend, schätzen sich gegenseitig sehr und haben zu jeder Zeit das Unternehmen im Sinn. Darum treten sie immer als Einheit auf.

Auch wenn die Familie schon immer Akquisitionen gegenüber aufgeschlossen war, stechen zwei Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit besonders ins Auge. Denn die Preisträger investieren mutig in Märkte, die nicht einfach sind.

Da ist zum einen Osteuropa. Dort ist das Unternehmen seit vielen Jahren vertreten. Doch nachdem man einige Jahre nicht richtig weiter vorangekommen war, ergriffen sie die Gelegenheit und übernahmen schrittweise die österreichische Firma Quehenberger Logistics. Damit konnte die Präsenz in Osteuropa erheblich ausgebaut werden. 

Den zweiten mutigen Schritt setzten die Unternehmer im derzeit sehr schwierigen deutschen Stückgutmarkt. Durch den Verkauf von Schenker an DSV ging in der Kooperation IDS eine Tür auf: Es ergab sich die Möglichkeit, die Position in Deutschland auszubauen, was vorher aus Gründen von Gebietsschutzvereinbarungen nicht möglich war. 

Die beiden gingen trotz der herausfordernden Marktlage entschlossen durch diese Tür. Dieser Schritt wurde übrigens von ihren Vätern, die bei solchen strategischen Entscheidungen immer noch mit am Tisch sitzen, durch eine kurze und prägnante Ansage unterstützt: „Los, darauf haben wir gefühlt 20 Jahre gewartet.“ Mehrere Zukäufe wie Agotrans, Krüger oder die Gras Gruppe waren die Folge. Und gerade in dieser Woche wurde mit Krage & Gerloff ein weiterer Deal unter Dach und Fach gebracht. Mit den Akquisitionen wurde nicht nur das reine Stückgutgeschäft gestärkt, sondern die Unternehmensgruppe erschloss auch neue Regionen für die Unternehmensgruppe. 

Getragen von diesen Zukäufen konnte der Umsatz allein in den vergangenen sechs Jahren auf über 2 Milliarden Euro verdoppelt werden, die Zahl der Beschäftigten stieg auf über 10.000. Jetzt geht es angesichts dieses Wachstums darum, die Strukturen in der Unternehmensgruppe anzupassen. Daran arbeiten die beiden Preisträger. 

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