Johann Killinger: Unternehmer mit Aufklärungsbedarf

Der geschäftsführende Gesellschafter der Buss Group ist der LEO-Preisträger 2026 in der Kategorie "Mensch". Mit der Oskar Killinger Stiftung und der Initiative Stop SUDEP hat er es sich mit seinen Mitstreitern zur Aufgabe gemacht, den plötzlichen Epilepsie-Tod zu bekämpfen.

Johann Killinger, LEO-Preisträger in der Kategorie „Mensch”. (Foto: Marco Grundt)

Johann Killinger ist geschäftsführender Gesellschafter der Buss Group und eine feste Größe in der Logistikbranche sowie der Hamburger Wirtschaft. Er hat das über 100 Jahre alte Hafenunternehmen in einem Vierteljahrhundert nicht nur weitergeführt, sondern erneuert und erweitert. Das ist der Unternehmer Johann Killinger. Der Mensch Johann Killinger ist mehr – insbesondere ein Mann, der aus einem harten Schicksalsschlag die Motivation gezogen hat, sich zusätzlich zu seinem gewerbepolitischen Engagement auch gesellschaftlich einzubringen, und der daher mit dem LEO 2026 in der Kategorie „Mensch“ ausgezeichnet wurde.

Am 1. September 2019 verlor Johann Killinger seinen Sohn Oskar. Der aufgeweckte und lebhafte Junge starb an dem Tag an SUDEP, dem „Sudden Unexpected Death in Epilepsy“ – auf Deutsch plötzlicher unerwarteter Epilepsie-Tod. In der Öffentlichkeit und selbst unter Betroffenen ist SUDEP weitgehend unbekannt. Dabei ist dies für die allein in Deutschland rund 800.000 Epileptiker eine sehr ernste Gefahr. Denn jeder tausendste Patient stirbt an dieser lebensgefährlichen Krankheitskomplikation.

Auch Johann Killinger und Oskars Mutter Iris-Maria Killinger fühlten sich nicht ausreichend aufgeklärt und beschlossen daher, dieses Defizit selbst anzugehen. Sie wandelten Trauer in Tatkraft um und gründeten 2021 die Oskar Killinger Stiftung sowie die Initiative „Stop SUDEP“. 

Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten und deren Angehörige, aber auch Ärzte und Ärztinnen aufzuklären. Denn nur dann könnten beide Seiten bei der Behandlung zusammenarbeiten, betont der LEO-Preisträger. „Stop SUDEP“ hat daher eine Plakatkampagne für den öffentlichen Raum entwickelt. Die Plakate waren an Flughäfen, in U-Bahnen und an Bussen zu sehen. Die Initiative arbeitet mit Aufklärungsvideos im Internet, und hat einheitliche Flyer und geprüfte Informationsbroschüren erstellt. Die Stiftung fördert zudem junge Wissenschaftler mit einem Promotions­stipendium in der SUDEP-Forschung. Und es gibt mit „Explain Epilepsy“ seit einiger Zeit eine Fortbildungsreihe, welche das Thema umfangreicher betrachtet.

Mehr Wissen zu vermitteln, ist auch deshalb wichtig, da sich das SUDEP-Risiko zwar nicht gänzlich ausschalten, aber minimieren lässt. Es gibt mittlerweile spezielle Matratzen, Tracker und selbst eine App für Smart Watches, um Alarm zu schlagen, wenn ein Epileptiker gerade nachts einen der gefährlichen Anfälle bekommt. Dieses Bewusstsein zu schaffen und damit auch Hoffnung zu stiften, hat sich das „Stop-SUDEP“-Team zur Aufgabe gemacht.

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