Treffen der Logistikweisen: Wer beim Frühjahrsgipfel dabei war

Die Logistikweisen um Prof. Christian Kille kamen vorigen Freitag zu ihrem Frühjahrsgipfel im rheinland-pfälzischen Annweiler am Trifels zusammen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand, die relevanten Themen mit Wirkung auf die weitere Logistikentwicklung zu identifizieren. Die Ergebnisse werden in den kommenden Wochen zusammengefasst und in der DVZ veröffentlicht. Sie bilden die Basis, um im Herbst die Prognose für das kommende Jahr nachvollziehbar und fundiert erstellen zu können.
In den Vorjahren war der Frühjahrsgipfel häufig von großer Unsicherheit geprägt – etwa 2020 (Corona-Pandemie; nur digital), 2022 (russische Invasion in der Ukraine) oder 2025 (US-Zollpolitik). Dieses Mal war es nun vor allem der Nahost-Krieg, der eine aktualisierte Einschätzung der Entwicklung im laufenden Jahr extrem erschwerte. Fest steht derzeit nur: Der Trend geht gerade nicht Richtung des Best-Case-Szenarios.
Angesichts der weiterhin volatilen Rahmenbedingungen hatte der Expertenkreis vergangenen Herbst für die Entwicklung im Jahr 2026 drei Szenarien entwickelt. Im Trendszenario, das auf den aktuellen Entwicklungen basiert, liegt die Prognose bei nominal plus 2,6 Prozent und real plus 0,5 Prozent. Bestenfalls läuft es auf 3,2 und 1,1 Prozent hinaus, schlimmstenfalls auf plus 2,1 und minus 0,4 Prozent.
In dem im Herbst 2025 skizzierten Worst-Case-Szenario für 2026 würden die geopolitischen Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen zunehmen und die Lieferketten an unterschiedlichen Stellen unterbrechen. Die Folgen: weitere Nachfragerückgänge in den Schlüsselindustrien, deutliche Kostensteigerungen sowie ein massiver Kapazitätsüberhang.
Die Szenarien lassen sich im Detail im kürzlich veröffentlichten Bericht der Logistikweisen nachvollziehen. Er steht auf der Homepage des Expertenkreises als PDF zum Download bereit. Der Bericht enthält zudem Vorschläge für Maßnahmenpakete zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Logistik in Deutschland.
Das Gremium hat aktuell 30 Mitglieder. Sie kommen immer zwei Mal im Jahr zusammen. Neu in den Expertenkreis aufgenommen wurde jetzt Kerstin Höfle, verantwortlich für Forschung & Entwicklung sowie Produktmanagement beim Lagerautomatisierer und Logistiksoftware-Anbieter Körber Supply Chain. Die DVZ begleitet die Gipfeltreffen exklusiv. (cs)



















