Stefan Borggreve: Vom Werkstudenten zum Hellmann-COO

Stefan Borggreve, seit Kurzem Chief Operating Officer bei Hellmann und im Vorstand für Road, Rail & CEP zuständig, will eigenverantwortliches Handeln und Innovation fördern. Sein Fokus liegt auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und internationale Expansion.

Der 44-Jährige COO hat in den vergangenen 20 Jahren verschiedene Stationen bei Hellmann durchlaufen. Foto: Hellmann

Die ersten 100 Tage in seiner neuen Position hat Stefan Borggreve überwiegend auf Reisen verbracht – nicht etwa zu strategischen Konferenzen, sondern direkt zu den Menschen, die das Geschäft von Hellmann tragen. An deutschen Standorten, in europäischen Niederlassungen, auf Umschlaghallen und Terminals sprach der Manager des Osnabrücker Logistikdienstleisters mit Mitarbeitenden, stellte Fragen, hörte zu und baute Vertrauen auf. „Am Ende hängt Logistik immer von den Menschen ab, die sie machen“, sagt Borggreve. Es ist diese Haltung, die ihn als Manager charakterisiert: nahbar, aufgeschlossen, teamorientiert.

Seit dem 1. Januar ist der 44-Jährige als Chief Operating Officer (COO) für Landverkehr, Express und Schiene (Road, Rail & CEP) bei Hellmann im Vorstand verantwortlich. Ihm geht es dabei – neben dem reinen Steuern großer Flotten und Netzwerke – darum, Strukturen zu schaffen, in denen andere erfolgreich sein können. „Ich verstehe mich als Enabler und strategischer Partner für meine Bereiche“, sagt Borggreve. Er will keine Entscheidungen diktieren, sondern einen fruchtbaren Boden bereiten, auf dem eigenverantwortliches Handeln und Ideen wachsen können. Insofern sei er eine Art „Gärtner der Logistik“, beschreibt er sich selbst metaphorisch. Neben Borggreve kümmert sich Madhav Kurup ebenfalls als COO um Luftfracht, Seefracht und Kontraktlogistik.

Mehrere Stationen im Ausland

Borggreve hat bei Hellmann in den vergangenen fast 20 Jahren viele Stationen durchlaufen. Er begann seine Karriere in Osnabrück, bevor er mehrere Stationen im Ausland absolvierte. Vom Werkstudenten entwickelte er sich zum Manager mit internationalem Profil und war unter anderem in Hongkong, Singapur und Miami tätig. In den USA begleitete er die Restrukturierung der Landesorganisation. Nach weiteren operativen Stationen und Aufgaben war er ab 2019 als Chief Digital Officer tätig, bevor er letztes Jahr bereits in den Vorstand für die Bereiche Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit berufen wurde.

Borggreves Fokus liegt auf dem Ausbau internationaler Aktivitäten, der stärkeren Konzentration auf die Kernindustrien Automotive und Fashion sowie der Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Er will das bestehende Geschäft nicht revolutionieren, sondern auf einer soliden Basis „die nächste Stufe zünden“, wie er es ausdrückt.

Dabei ist er Realist: Er weiß um die Herausforderungen auf der Straße, wo ein intensiver Preiskampf tobt und Fahrermangel sowie steigende Kosten das Geschäft erschweren. Auch auf der Schiene sieht er großes Potenzial, jedoch stellt die vielfach überlastete und veraltete Infrastruktur ein Hindernis dar, um hier schnell und anhaltend weiter zu wachsen. Im internationalen Expressverkehr erwartet er zudem eine anhaltende ­Konsolidierungswelle.

Nachhaltigkeit operativ verankern

Die nachhaltige Transformation der Logistik beschäftigt ihn besonders. Er fordert, dass Nachhaltigkeitsprinzipien direkt in die ­operativen Bereiche integriert werden – in den Landverkehr ebenso wie in die Lagerlogistik oder die See- und Luftfracht. „Nachhaltigkeit darf keine Alibi-Abteilung sein“, sagt Borggreve.

Eng damit verknüpft sind Innovationen. So arbeitet der Manager daran, im Unternehmen ein Umfeld zu schaffen, in dem neue Ideen entstehen und schnell skaliert werden können. Ein eigens hierfür etablierter Innovation Hub fungiert dabei als Treiber für die Logistik der Zukunft. Dabei setzt er sowohl auf Partnerschaften mit Start-ups als auch auf Kooperationen mit Hochschulen. Er verbindet besonders große Erwartungen mit der weiteren Entwicklung der künstlichen Intelligenz: „Viele Effizienzpotenziale liegen noch vor uns“, ist er überzeugt.

Immer neue Perspektiven

Seine beruflichen Veränderungen in den vergangenen Jahren bei Hellmann empfindet er als Bereicherung. „Es haben sich immer wieder neue Perspektiven ergeben“, sagt Borggreve. Die verschiedenen Stationen – IT, operative Geschäftsführung, Digitalisierung und nun Produktverantwortung  – hätten ihm das Gefühl gegeben, mehrfach innerhalb des Unternehmens neu anzufangen.

Ausgleich zur Arbeit bieten feste Rituale: tägliches frühes Laufen, Meditation und der Alltag mit seiner Familie und seinen zwei kleinen Kindern. Diese Balance hält ihn auf Kurs, auch in hektischen Zeiten.

So überzeugt, wie er selbst ist, möchte Borggreve auch jungen Menschen die Logistikwirtschaft als spannendes Arbeitsfeld vermitteln: „Internationalität, Digitalisierung, vielfältige Aufgaben – die Logistik bietet unglaubliche Möglichkeiten.“ Er selbst hat noch viel vor: „Meine Reise bei Hellmann ist noch lange nicht zu Ende.“

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