Deutsche Verkehrs-Zeitung

18.09.2020 |

LEO Awards

Vier, die den Wandel der Branche gestalten

Eines hat das Coronajahr gezeigt: Die Logistik ist unverzichtbar. Doch dahinter stehen immer die Menschen in der Logistik. Vier von ihnen hat die DVZ mit ihrem Logistikpreis LEO geehrt.

Den Preis in der Kategorie „Unternehmer“ hat die Jury an Jörg Mosolf, Chef der Mosolf Gruppe, vergeben. Er erfindet sich und den Automobillogistiker immer wieder neu – beispielsweise mit Tropos, Hersteller elektrischer Nutzfahrzeuge für die urbane Logistik. All dies sei aber keine One-Man-Show, unterstrich er. Gerade die Pandemie habe gezeigt, dass man gemeinsam agieren müsse. Dabei spielt für ihn auch die soziale Komponente eine große Rolle. Mosolf: „Wir müssen die Zukunft gestalten – für unser Unternehmen, aber auch für unsere Mitarbeiter und deren Familien.“

Als Manager wurde Rolf Habben Jansen geehrt, der Vorstandsvorsitzende von Hapag-Lloyd. Er hat es im vergangenen Jahr verstanden, die Digitalisierung und die Kundenfokussierung bei der Reederei massiv voranzutreiben und sie bei der Profitabilität an die Branchenspitze zu führen. Auch für ihn ist das Team das wichtigste Asset. Der Erfolg sei nur möglich gewesen, weil alle am gleichen Strang gezogen hätten. „Wir haben eine tolle Mannschaft und stehen nach wie vor gut da“, sagte Habben Jansen. Ob man Gewinner oder Verlierer der Coronakrise sei, ließe sich noch nicht sagen. Das sei erst in ein bis zwei Jahren möglich. Aber immerhin: „Durch die erste Phase sind wir gut durchgekommen.“

Für die logistische Lebensleistung wurde Friedrich Wendt ausgezeichnet, Pionier des Nachtexpressgeschäfts. Auch wenn er zunächst nicht glauben mochte, dass er einer der Preisträger sein sollte („Das muss ein Irrtum der Jury sein“), war er doch „gerührt und auch ein bisschen stolz“. Und er reichte die Ehre gleich zu einem guten Teil an seine Familie und die vielen guten Mitarbeiter weiter: „Uns allen gehört der LEO.“ Dankbar zeigte sich Wendt, dass er mit seiner Tochter Kerstin eine so starke Nachfolgerin gefunden hat: „Die ist besser als ich!“

Emotional überwältigt nahm Ulrike Müller den LEO in der Kategorie „Mensch“ entgegen, „den LEO für eine Brummi-Fahrerin“, wie sie es selbst ausdrückte. Dank eines riesigen Netzwerkes gelinge es ihr, mit dem Verein „Bewegen mit Herz“ sehr viele Kinderaugen zum Strahlen zu bringen. Mit „einem wunderbaren Netz von ganz vielen Helfern“, bestehend aus Fahrern, Partnern und Sponsoren könne benachteiligten Kindern ein ganz besonderer Tag bereitet werden, bedankte sich die Preisträgerin mit sehr persönlichen Worten – und vergaß nicht, darauf hinzuweisen, dass es nie genug Unterstützung für einen Verein wie diesen geben kann.