Supply Chain Top 25: Nvidia sitzt Schneider Electric im Nacken

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat die Ergebnisse seiner Global Supply Chain Top 25 veröffentlicht. Demnach steht Schneider Electric das dritte Jahr in Folge ganz oben. Der französische Industriekonzern hatte 2023 Cisco Systems verdrängt. Für den Netzwerkausrüster aus Kalifornien, der in den drei Jahren zuvor jeweils den Spitzenplatz belegt hatte, reicht es nun nur noch für Rang drei. Denn der kalifornische Chipkonzern Nvidia, der es 2024 als Top-25-Neuling direkt unter die Top 10 geschafft hatte, rückt erneut deutlich nach oben und ist nun knapp hinter dem Erstplatzierten.
„In diesem Jahr heben sich die führenden Unternehmen von der Masse ab, indem sie die neueste künstliche Intelligenz integrieren, autonome Abläufe entwickeln und mit den Ressourcen haushalten“, sagt Simon Bailey, Analyst bei Gartner Supply Chain Practice. Die Supply-Chain-Besten verknüpften Nachhaltigkeit auch eindeutig mit Kostenoptimierung und Risikomanagement.
Schneider Electric hat ein neues dreijähriges Transformationsprogramm gestartet, das sich an vier Säulen orientiert: Menschen, Umwelt, Kunden und Leistungsfähigkeit. Im Rahmen dessen hat das Unternehmen laut Gartner bereits erhebliche Fortschritte bei der industriellen Automatisierung gemacht und fortschrittliche Technologien wie KI integriert.
„Die innovative Unternehmenskultur von Schneider Electric hat KI in einer Art und Weise aufgenommen, die die Ideen der Mitarbeiter für Anwendungsfälle aufgreift und die Supply-Chain-Führungskräfte zu den Bereichen mit der höchsten Priorität führt, in denen die Technologie für Kunden-, Umsatz- und Produktivitätssteigerungen eingesetzt werden kann“, sagt Bailey und fügt hinzu: „Dies gewährleistet sowohl einen kollaborativen als auch einen strategischen Ansatz für den Einsatz von KI.“
Nvidia nutzt seine eigene KI-Technologie sowie Robotik und digitale Zwillinge für die Planung und den Betrieb neuer Anlagen. Chips des Herstellers sind zur Schlüsseltechnik für das boomende Geschäft mit KI geworden. Zugleich hat Nvidia selbst eine hochkomplexe und global aufgestellte Lieferkette. Für deren Optimierung in Bezug auf Geschwindigkeit und Agilität ist der Einsatz von KI entscheidend.
Der Großteil der Halbleiter wird bei Auftragsfertigern in Taiwan produziert – was im Westen schon seit Jahren Sorgen nährt, dass geopolitische Spannungen mit China die Versorgung mit hochmodernen Halbleitern versiegen lassen könnten. In den kommenden vier Jahren will Nvidia KI-Technik im Wert von bis zu 500 Milliarden Dollar in den USA produzieren. In Texas werden dafür nach Konzernangaben zwei Supercomputer-Fabriken gemeinsam mit asiatischen Auftragsfertigern gebaut: mit Foxconn in Houston und mit Wistron in Dallas.
Belastend wirken sich verschärfte Exportbeschränkungen seitens der US-Regierung für Lieferungen von KI-Chips nach China aus. Nvidia schätzt das dadurch entgangene Geschäft auf 15 Milliarden Dollar. Dieser Umsatzausfall kommt zusätzlich zu Abschreibungen im Zusammenhang mit Lagerbeständen und Kaufzusagen in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar hinzu. Im Geschäftsjahr 2025 (Februar 2024 bis Januar 2025) erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von etwa 130,5 Milliarden Dollar.
Zwei deutsche Konzerne im Ranking
Wie schon im Vorjahr landet BMW gerade noch in den Top 25 und behauptet damit seine Position. Das am besten eingestufte Unternehmen aus Deutschland ist erneut Siemens, wobei der Mischkonzern sogar auf seinen 15. Platz von 2023 zurückgekehrt ist.
Aus den Top 25 herausgefallen sind der spanische Textilkonzern Inditex, der texanische Tech-Konzern Dell, der New Yorker Pharmakonzern Pfizer sowie der Sportartikelhersteller Nike aus dem US-Bundesstaat Oregon.
Die vier wahren Meister
Gartner hat die Supply Chain Top 25 bereits zum 21. Mal ermittelt. Seit 2015 gibt es auch eine „Masters“-Kategorie. Diese Konzerne gelten quasi als die Besten der Besten. Um als „Masters“ eingestuft zu werden, müssen Unternehmen in mindestens sieben der vergangenen zehn Jahre eine der fünf Top-Bewertungen erreicht haben. Amazon, Apple, P&G und Unilever haben in diesem Jahr alle ihren Status in der Kategorie „Masters“ behalten.



