Hartes Ringen um die Krone des Top-Azubis

Die Sieger im diesjährigen Wettbewerb um den Young Freight Forwarder Germany Award (YFFGA) stehen fest: Es sind drei junge Herren, die sich vergangene Woche im Finale durchgesetzt haben. Wer letztlich gewonnen hat, bleibt noch bis Anfang Oktober topsecret. In diesem Jahr vergeben der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik sowie die DVZ Deutsche Verkehrs-Zeitung den jährlichen Award zum 20. Mal.
Die fünf Kandidaten aus ganz Deutschland – einer musste kurzfristig krankheitsbedingt leider absagen – präsentierten der Jury zum Teil sehr unterschiedliche, aber allesamt logische und sinnvolle Lösungsansätze für eine komplexe Logistikaufgabe.
Von Springfield nach Marburg
Und darum ging es: Als Mitarbeiter beziehungsweise Mitarbeiterin der Projektlogistikabteilung einer mittelständischen Spedition sollten sie ein Transportkonzept für die Verlegung einer industriellen Lackieranlage von dem Standort der Tochterfirma in Springfield, Illinois, zurück nach Marburg entwerfen. Dabei handelte es sich um eine unverpackte Lackierkabine mit Übermaßen, in fünf High-Cube-Containern gestaute Komponenten sowie Kleinteile auf einer Palette, inklusive eines Akkuschraubers.
Bei anspruchsvollen Rahmenbedingungen sollten ein Door-to-Door-Konzept inklusive eines realistischen Zeitplans erstellt, die wesentlichen Zollaspekte analysiert und eine Incoterms-Empfehlung gegeben und dabei auf eine kosteneffiziente Lösung geachtet werden.
Unterschiedliche Lösungsansätze
Die in dem vorgegebenen Zeitfenster von 10 Minuten präsentierten Lösungsansätze waren vielfältig: verschiedene Ausgangshäfen wie Chicago, New Orleans, Norfolk oder New York mit entsprechend unterschiedlichen Vorläufen – per Barge den Mississippi hinunter, aber auch per Schiene und Straße zu den Seehäfen. Bei den Eingangshäfen in Europa standen Antwerpen und Hamburg hoch im Kurs.
Was sie einte: Alle Finalisten konnten ihre Entscheidungen bei detaillierten Nachfragen der Jury sehr überzeugend begründen. Das machte es dem Gremium – es bestand aus Frank Huster, Gabriele Schwarz, Christoph Welticke und Tatjana Kronenbürger (alle DSLV), Sebastian Reimann und Lutz Lauenroth (beide DVZ) sowie erstmals Kerstin Schallmaier (Berufliche Schule für Logistik, Schifffahrt und Touristik, Hamburg) – sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen.
Letztlich wurden – in alphabetischer Reihenfolge – Adem Yakub Cüceoglu (Ausbildungsbetrieb: Loxx Logistics, Gelsenkirchen), Tristan Halfar (Kühne + Nagel, Bremen) und Paul Schmid (Dachser, Mintraching) auf die ersten drei Plätze gesetzt. Die genauen Platzierungen allerdings und damit auch, wer den begehrten Award in diesem Jahr mit nach Hause nehmen kann, bleiben wie immer streng unter Verschluss. Das Geheimnis wird erst am 2. Oktober auf der DSLV-Mitgliederversammlung in Hamburg gelüftet.
Aber alle Finalisten – außer den Gewinnern waren dies Cendrine Haas (Logwin Air + Ocean Deutschland, Frankfurt) und Fabrice Laumann (Wahl & Co., Bielefeld) bekommen ein DVZ-Jahresabo, mit dem sie den täglichen Newsletter „Der TAG“, die wöchentliche Printausgabe und einen Onlinezugang erhalten. Außer dem Titel erhält der Sieger neben Ruhm und Anerkennung einen Wertgutschein für Weiterbildungsmaßnahmen über 2.000 Euro sowie die Qualifikation für den Nachwuchswettbewerb der Weltspeditionsorganisation Fiata.
An dem Wettbewerb können Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung teilnehmen, die ihre IHK-Abschlussprüfung mit mindestens 87 Punkten abgelegt haben. Sie dürfen nicht älter als 27 Jahre sein. Ihr Ausbildungsbetrieb muss Mitglied eines Landesverbands des DSLV sein.



