Panamakanal: Verschärfung der Tiefgangsbeschränkungen

Die Panama Canal Authority (ACP) verschärft die Vorgaben zum zulässigen Tiefgang für Schiffe an den großen Schleusen des Kanals. Ab dem 24. Juli gilt ein Maximum von 14,94 Metern, ab dem 15. August sinkt der Wert weiter auf 14,78 Meter. Bereits zum 3. Juli war die Grenze auf 15,09 Meter gesenkt worden. Betroffen sind vor allem Containerschiffe und andere Frachter, die auf die größeren Schleusenkammern angewiesen sind. Reedereien, die bislang nahe am zulässigen Maximum operiert haben, müssen Lademengen reduzieren oder ihre Routenplanung anpassen.
Die ACP begründet die Maßnahmen mit ihrem Bemühen, die Wasserreserven des Kanals angesichts der aktuellen hydrologischen Lage vorausschauend zu steuern. Hapag-Lloyd kündigt in diesem Zusammenhang einen Panama Canal Surcharge für Transporte aus Fernost nach Nordamerika an: 130 US-Dollar pro Standardcontainer – gültig ab dem 15. August bis auf Weiteres.
Sorge vor El Niño nimmt zu
Die Zahl der täglichen Durchfahrten bleibt vorerst bei 38; eine Kürzung der Transitkapazität hat die ACP nicht angekündigt. Sie will die Pegelstände des Gatún-Sees und die hydrologischen Prognosen weiter beobachten und über mögliche zusätzliche Einschränkungen entscheiden. Anlass für die Vorsicht ist ein mögliches El-Niño-Ereignis. Das Klimaphänomen bringt für Zentralamerika in der Regel weniger Niederschlag, mit direkten Folgen für den Wasserstand im Gatún-See, der den Kanalbetrieb speist.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass sich El Niño zwischen Juni und August 2026 entwickelt, im Mai auf rund 80 Prozent; die US-Klimabehörde NOAA war zuvor im Frühjahr von rund 62 Prozent ausgegangen. Die letzte starke Episode 2023/24 hatte die ACP gezwungen, die täglichen Durchfahrten zeitweise auf 24 zu reduzieren.


