Was Führungskräfte in Zeiten der Disruption leisten müssen

Geopolitische Spannungen, Zölle und volatile Märkte stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Wie Führungskräfte in diesem Umfeld handlungsfähig bleiben, erläuterte Michelle Shi-Verdaasdonk, Chief Product Officer der Electrolux Group, in einem Vortrag auf der Supply Chain CX in Berlin.
Shi-Verdaasdonk beschreibt ein Umfeld, in dem sich die Rahmenbedingungen schneller ändern als früher. Als Beispiel nennt sie US-Zölle auf metallhaltige Produkte, die ganze Lieferketten zum Umbau zwingen. Dieser brauche jedoch Zeit und genau deshalb müssen Führungskräfte früh handeln. Die Produktivität in den Unternehmen stagniere derzeit trotz hoher Auslastung – und künstliche Intelligenz allein werde das nicht ändern, zeigt sich die Expertin überzeugt. Entscheidend sei die Entwicklung von Talenten, also von Teams, die die neuen Werkzeuge sinnvoll nutzen.
Ihr Rat an Führungskräfte: Langfristige Ziele erreichen Unternehmen nur, wenn sie in überschaubare Etappen zerlegt werden. Dafür müssen Führungskräfte die gesamte Wertschöpfungskette und den Geschäftskontext verstehen, damit ihre Pläne tatsächlich umsetzbar sind. Gute Führung bedeute, nah an der Arbeit zu bleiben und Teams mit ruhiger Kommunikation durch Unsicherheit zu begleiten. Zugleich gelte es, zwischen Gesamtbild und Detailproblemen zu wechseln. Darüber hinaus sollten Führende sich bewusst Zeit nehmen, um ihre eigene Widerstandskraft aufzubauen, um in unsicheren Zeiten als Vorbild agieren zu können.
Resilienz, so Shi-Verdaasdonk, entstehe dabei nicht erst in der Krise. Risikosimulation und Gegenmaßnahmen sollten zur täglichen Routine gehören, parallel zur akuten Reaktion auf Störungen. Technologie werde sich ohnehin weiterentwickeln, entscheidend sei daher, wie Unternehmen sie zu welchem Zweck einsetzen, appellierte sie an das Publikum.