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Florian Merget (links) und Dr. Clemens Beckmann (rechts), Geschäftsführer von Greenplan

Der Spotmarkt ist voll. Warum fahren Lkw trotzdem leer?

Auf digitalen Frachtenbörsen stehen laufend Transportaufträge bereit. Trotzdem bleiben passende Anschlussaufträge unentdeckt und Lkw legen Strecken ohne Ladung zurück. Das Problem ist nicht die Zahl verfügbarer Frachten, sondern die kurze Zeit, in der die Disposition den richtigen Einzelauftrag oder eine passende Abfolge von Komplettladungen erkennen muss. Die Greenplan-Geschäftsführer Florian Merget und Dr. Clemens Beckmann erklären, warum daraus eine komplexe Kombinationsaufgabe wird und wie CargoCrush sie löst.

Warum verhindert ein gut gefüllter Spotmarkt keine Leerfahrten?

Florian Merget: Frachtenbörsen liefern viele aktuelle Angebote. Sie zeigen aber nicht, welche davon sich sinnvoll mit einem geplanten Fahrzeugumlauf verbinden lassen. Ein Auftrag kann platztechnisch passen, aber am Zeitfenster scheitern oder ungünstig für den nächsten Einsatz enden. Für diese Bewertung bleibt wenig Zeit, denn interessante Frachten sind oft schnell wieder vergeben.

Warum reicht es nicht aus, nur den nächsten Auftrag zu betrachten?

Dr. Clemens Beckmann: Jeder zusätzliche Transport verändert den Ausgangspunkt für alles, was danach folgt. Ein Auftrag kann den Lkw seinem Ziel näherbringen, ihn nach der Zustellung aber an einem Ort zurücklassen, von dem aus kein sinnvoller Anschluss möglich ist. Umgekehrt kann eine allein wenig interessante Fracht als Teil einer passenden Auftragsfolge wertvoll sein. Je mehr Angebote infrage kommen, desto mehr mögliche Abfolgen entstehen. Gleichzeitig verändert sich der Spotmarkt fortlaufend. Die passende Kombination muss erkannt werden, bevor einer der benötigten Aufträge anderweitig vergeben ist.

Wie sieht eine solche Kombination konkret aus?

Greenplan CargoCrush analysiert verfügbare Frachten auf dem Spotmarkt und identifiziert passende Optionen, die profitabel in bestehende Touren integriert oder als Folgeaufträge genutzt werden können.

Beckmann: Nehmen wir einen Lkw, der von Brüssel zurück nach Stockholm soll. Eine Komplettladung von Brüssel nach Hannover deckt nur einen Teil der Strecke ab. Danach könnte das Fahrzeug jedoch in Hamburg eine weitere Komplettladung nach Stockholm übernehmen. Erst zusammen ergeben beide Aufträge eine schlüssige Abfolge.
Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, eine solche Verbindung rechtzeitig und in der erforderlichen Qualität zu erkennen. Die Disposition müsste zunächst den ersten Auftrag finden, nach einem passenden Anschlusstransport suchen und prüfen, wie sich beide Frachten auf den bestehenden Umlauf auswirken. Um die wirtschaftlich aussichtsreichste Option zu ermitteln, müsste sie Dutzende möglicher Kombinationen miteinander vergleichen. Während diese zeitaufwendige Analyse läuft, verändert sich das Angebot auf dem Spotmarkt jedoch weiter. Noch bevor die aussichtsreichste Abfolge vollständig bewertet ist, kann eine der dafür benötigten Frachten bereits an einen anderen Frachtführer vergeben worden sein.

Welche Entscheidung kann die Technik übernehmen?

Merget: CargoCrush ermittelt, welche Aufträge oder Kombinationen operativ zur Planung passen. Ob daraus ein wirtschaftlich sinnvoller Transport wird, steht damit noch nicht fest. Preise und Konditionen müssen häufig erst mit dem Auftraggeber verhandelt werden. Die Technik liefert eine belastbare Vorauswahl, während die kaufmännische Entscheidung bei der Disposition bleibt.

Wie funktioniert CargoCrush in der Praxis?

Beckmann: CargoCrush durchsucht die Aufträge angebundener Frachtenbörsen und gleicht die zusätzlichen Komplettladungen mit den geplanten Fahrzeugumläufen ab. Innerhalb weniger Sekunden prüft die Lösung einzelne Anschlussaufträge ebenso wie mehrstufige Kombinationen und zeigt, welche Optionen zur bestehenden Planung passen. Statt einer weiteren ungefilterten Angebotsliste erhält die Disposition konkrete Optionen, mit denen sich Leerkilometer und Standzeiten reduzieren lassen. Dabei priorisiert CargoCrush die Vorschläge mit dem größten Gewinnpotenzial.

Merget: Der entscheidende Vorteil liegt in der Geschwindigkeit. CargoCrush kann weit mehr Auftragsfolgen bewerten, als dies im laufenden Betrieb manuell möglich wäre. Dadurch werden passende Verbindungen sichtbar, solange die benötigten Frachten noch verfügbar sind. Transportunternehmen können so Anschlussaufträge sichern und Leerkilometer reduzieren, ohne die kaufmännische Entscheidung aus der Hand zu geben.

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