



Marc-Oliver Simon, Roland Hötzl, Peter Förster und Martin Mack hatten im Jahr 2000 das, was viele junge IT-Experten der Dot.com-Generation ebenfalls hatten: eine gute Idee. Aus der Optimierung des mit vielen händischen Prozessen und Medienbrüchen behafteten Prozess der Dienstleisterauswahl und Auftragsvergabe in der Transportlogistik müsste sich doch ein Geschäftsmodell machen lassen, dacht sich das Quartett. Sie schufen eine Internet-Logistik-Plattform, die Unternehmen aus Industrie und Handel mit ihren Spediteuren vernetzt.
Im Gegensatz zu anderen Start-ups verkauften sie ihre Software nicht, sondern boten deren Nutzung gegen eine Transaktionsgebühr an. Mit Erfolg: Aus der Geschäftsidee wurde die international tätige Transporeon Group, geworden, die mittlerweile drei Plattformen betreibt: die Logistik-Plattform Transporeon, die Ausschreibungs-Plattform Ticontract sowie die Handelslogistik-Plattform Mercareon. Derzeit wickeln mehr als 450 Verlader und über 22000 Spediteure ihre Transaktionen über die Logistikplattformen ab. Transporeon beschäftigt 220 Mitarbeiter an 13 Standorten, 50 Prozent davon sind Frauen.
E-Logistics made in Germany fasste 2010 in den USA und 2011 in China Fuß. Für 2012 hat sich der Ulmer Dienstleister den russischen Markt vorgenommen. Das Unternehmen setzte 2011 20 Mio. EUR um, in den vergangenen fünf Jahren betrug das Umsatzwachstum 260Prozent. Damit gehört das unternehmen nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Deloitte zu den 50 am schnellsten wachsenden Technologieunterrnehmen.
Für die Logistikbranche bringen Transporeon und andere E-Logistikunternehmen enorme Effizienzgewinne. Durch die Abbildung der Auftragsvergabe in elektronischen Plattformen werden Frachteinkäufer und Disponenten von der aufwändigen Kommunikation und Telefax und der anschließenden Dokumentation in der Firmensoftware entlastet. Die Auftragsvergabe wird transparenter, der Frachteinkäufer erhält zusätzliche Informationen über das Angebot seiner Dienstleister. Diese können sich wiederum um Aufträge bewerben, die ihnen sonst nicht zugänglich gewesen wären. Im Gegensatz zu klassischen Grachtenbörsen bildet Transporeon neben dem Sportmarkt auch den Bereich der Frachtkontrakte ab. Dieses Angebot haben die Transporeon-Macher um Leistungen wie Zeitfenstermanagement und Sendungsverfolgung ergänzt.