Christian Bücheler, Geschäftsführender Gesellschafter und Christian Stoll, COO der Transco Süd Internationale Spedition GmbH

Konstanz

„Transco – business in motion“, heißt es auf der Internetseite der Transco Süd Internationale Spedition GmbH aus Konstanz. „Wir sind immer für Sie in Bewegung“, verspricht das Unternehmen. Vorgelebt wird dies von dem Führungsduo Christian Bücheler, geschäftsführender Gesellschafter, und Christian Stoll, der als COO fungiert. So ist Stoll nur sehr selten ohne sein mobiles Büro im Rollkoffer anzutreffen. Und Bücheler hat 2006, rund ein Jahr nachdem er bei Transco gemeinsam mit Stoll das Ruder übernommen hatte, bei der DVZ-Visitenkarte auf die Frage, was er mit einem Jahr Auszeit machen würde, wohl nicht ohne Grund angegeben, dass er nach sechs Monaten höchstwahrscheinlich wieder arbeiten würde.

Die beiden Manager sind immer im Vorwärtsgang. In den vergangenen beiden Jahren haben Bücheler und Stoll noch einmal einen Gang hoch geschaltet und den Mittelständler mit seinen gut 550 Mitarbeitern deutlich breiter aufgestellt. Die Stoßrichtung lautete Osteuropa. So wurden 2010 die Transco East in Lübeck als auch die Transco Berlin in Ludwigsfelde gegründet. Über diese Gesellschaften werden seitdem die Osteuropa-Verkehre bis nach Russland und in die Ukraine abgewickelt und auch aktiv vermarktet. Ziel ist es, die Transco-Gruppe, die traditionell bei den Schweiz-, Italien- und Frankreich-Verkehren stark ist, auch als Osteuropa-Spezialisten zu positionieren.

Um dies zu untermauern wurde im vergangenen Jahr in Polen, wo das Unternehmen bereits seit einiger Zeit in Poznan vertreten ist, eine weitere Niederlassung in Gdansk eröffnet. Und damit ist noch längst nicht Schluss: In diesem Jahr sollen eine Repräsentanz in Ungarn und möglichst bald auch ein Standort in Moskau hinzukommen.

Bücheler und Stoll achten dabei allerdings auf eine gesunde Balance im Geschäftsportfolio. Seit jeher ist Transco als Aktionär der Hupac beispielsweise auch intermodal unterwegs. Ferner bewirtschaftet das Unternehmen etwa 65.000 m² Lagerflächen, davon allein 35.000 m² in Gottmadingen, wo Transco diverse Kontraktlogistikleistungen erbringt. Im vergangenen Jahr wurde ferner das Überseegeschäft in einer neuen Einheit Transco Sea & Air zusammengefasst. Neu hinzu kam außerdem eine Kooperation mit Heppner bei den Frankreichverkehren. Letztere bringe mehr Zuverlässigkeit und kürzere Laufzeiten, sagt Christian Bücheler.

Als zuverlässig und fortschrittlich will Transco auch bei den eigenen Mitarbeitern gelten. Seit Jahren werden die Mitarbeiter und insbesondere der Führungsnachwuchs daher gezielt weitergebildet. Ferner tut das Management einiges, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen und auch älteren Arbeitnehmern eine Perspektive zu ermöglichen. Lohn der Anstrengungen: Vergangenes Jahr gab es eine Auszeichnung der Mittelstandsinitiative „Top Job“

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Dr. Michael A. Kluger, Vorstand Kontraktlogistik/SCM und Dr. Alexander Hedderich, Vorstandsvorsitzender der DB Schenker Rail Deutschland AG

Leipzig

Seit Herbst vergangenen Jahres versorgt DB Schenker aus einem Logistikzentrum in Leipzig die BMW Werke in Shenyang (China) und Rosslyn (Südafrika) mit über 8000 verschiedenen Bauteilen. Damit trägt der Dienstleister eine große Verantwortung, wie Dr. Michael A. Kluger, Vorstand Kontraktlogistik/SCM der Schenker Deutschland AG weiß. Denn die Produktionsversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Wertschöpfungskette des Kunden.

Im September hat der erste Zug den Umschlagbahnhof Leipzig-Wahren mit 40 Containern Richtung Shenyang verlassen. Die Fahrzeit für die rund 11000 km beträgt 23 Tage. Seit Ende November gibt es täglich eine Abfahrt aus Leipzig.

Die Versorgung von Produktionswerken in China mit Schienentransporten hat Zukunft. Sie ist zuverlässig und umweltschonend. Kluger ist seit 1. April 2009 im Vorstand von DB Schenker. Der 45-Jährige erwarb ein Master of Science (Industrial Engineering) am Georgia Institute of Technology, Atlanta, USA. Er studierte Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Materialfluss und Lagertechnik in Dortmund und war nach dem Diplom am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund tätig. Kluger kennt die Herausforderungen an die internationale Logistikorganisation aufgrund seiner bisherigen beruflichen Laufbahn sowohl aus der Perspektive der Automobilhersteller als auch der Dienstleister.

Neben Michael Kluger ist Dr. Alexander Hedderich treibende Kraft, um Schienentransporte nach Asien auszubauen. Hedderich ist Vorsitzender des Geschäftsfeldes DB Schenker Rail und Leiter der Geschäftseinheit Deutschland/Region Central sowie Vorstandsvorsitzender der DB Schenker Rail Deutschland AG. Hedderich gehört von Anfang an zur Gruppe der Vordenker bei der Deutschen Bahn. Von 2000 bis 2002 war er Leiter der Marketingstrategie, 2004 bis 2009 leitete er den Bereich Konzernentwicklung.

Seither widmet er sich der Herausforderung, die verschiedenen europäischen Tochtergesellschaften der DB im Schienengüterverkehr unter einen Hut zu bringen und dabei auskömmliche Ergebnisse zu erzielen. Derzeit organisiert er die Produktion schrittweise neu. Güterzüge sollen danach so gebildet werden, dass sie möglichst ohne viele Rangiervorgänge ans Ziel gebracht werden. Pilotverkehre für diese so genannte Netzwerkbahn laufen bereits: BMW produziert in Leipzig den X1 und die 3er-Reihe. DB Schenker investierte rund 33 Mio. EUR in das Logistikzentrum und nutzt die Erweiterungsflächen des ehemaligen Quelle Logistikzentrums. Die Fahrzeuge gehen zerlegt (Completely Knocked Down, CKD) zu rund 80 Prozent nach China, wo sie wieder montiert werden.

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Dr. Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium

Berlin

Dr. Andreas Scheuer ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und zugleich Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik. Aus dieser Funktion her ist der Aktionsplan Güterverkehr und Logistik „sein Baby“, das er mit viel Engagement vorantreibt.

Der Weg zum Experten für Güterverkehr und Logistik war bei ihm aber alles andere als vorgezeichnet. 1974 in Passau geboren, absolvierte er nach dem Abitur zunächst ein Lehramtsstudium zum Realschullehrer. Nach dem 1. Staatsexamen legte er noch mit einem Magisterstudium in den Fächern Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaft an der Universität Passau nach. Zu diesem Zeitpunkt war er aber schon lange in der CSU politisch aktiv: 2002 wurde er in den Stadtrat Passau und in den deutschen Bundestag gewählt. Neben seiner politischen Tätigkeit promovierte er 2004 am Lehrstuhl für Politikwissenschaften an der Karlsuniversität Prag über „Die politische Kommunikation der CSU im System Bayerns“.

Erst nachdem er 2005 in Passau ein Wahlkreisdirektmandat errungen hat, rückte bei ihm die Verkehrspolitik in den Fokus. „Fachlich habe ich in meinen vier Jahren im Bundestags-Verkehrsausschuss die politische Gemeinschaft rund um die Verkehrswirtschaft in Berlin gut kennengelernt“, sagte er Anfang 2010 in einem DVZ-Interview, „gerade im Bereich Güterverkehrslogistik.“ Autonarr war er aber schon vorher: Auch wenn er nicht gerne öffentlich darüber spricht, ist es ein offenes Geheimnis, dass sich der eine oder andere Pkw-Oldtimer in seinem Besitz befindet.

Mit dem Amtsantritt des Oberbayern Peter Ramsauer begann für den oberbayrischen Wahlkreiskollegen Andreas Scheuer ein neuer Karriereabschnitt als Parlamentarischer Staatssekretär und damit seine erste Funktion in der Exekutive. „Die Strukturen im Verwaltungsapparat sind schon gewöhnungsbedürftig“, stöhnte er einige Monate nach der Ernennung.

Dass er aber nicht einem Elfenbeinturm aus Akten sitzen möchte, sondern in einem „offenen Haus“, zeigt er auch auf seine Art. „Ich gelte als SMS-verrückt, da wundert sich mein Vorzimmer oft“, sagt er. „Wenn ich jemanden von einem Verband wegen einer Fachfrage hier brauche, dann schicken wir uns SMS.“ Seine Offenheit hat aber auch dazu beigetragen, dass bei der Arbeit am „Aktionsplan Güterverkehr und Logistik“ trotz teilweise unüberbrückbarer Interessengegensätze keiner der Teilnehmer vom Tisch aufgestanden ist. Das verdient umso mehr Würdigung, als ihm die Bahnlobby wegen seiner unbestreitbaren Affinität zur Straße eher misstrauisch begegnet.

Die Straßengüterverkehrsbranche hingegen freut sich, nach vielen Jahren endlich einen ihr wohlgesonnenen Gesprächspartner im Ministerium zu haben. Jetzt hofft er nur noch, dass sich die Logistikbranche im Gegenzug ebenso offenherzig zeigt, wenn es um ihren finanziellen Beitrag zur Vermarktungsinitiative Logistics Alliance Germany zeigt.

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Dr. Stefan Schulte, Fraport-Chef

Frankfurt/Main

Als Hausherr von Deutschlands größter Luftverkehrs-Drehscheibe könnte Dr. Stefan Schulte eigentlich zufrieden sein. Mit der Fertigstellung der neuen Landebahn hat der von ihm geführte Flughafenbetreiber Fraport einen wesentlichen Teil der ehrgeizige Ausbaupläne vollbracht. Doch damit wird der 51-Jährige auch für die Lärmbelastung verantwortlich gemacht. Und durch das Nachtflugverbot droht dem Drehkreuz ein empfindlicher Bedeutungsverlust.

Schulte kennt das im M-Dax geführte Unternehmen gut. Der gebürtige Wuppertaler fing  2003 bei Fraport als Finanzvorstand an und verantwortete zunächst den kaufmännischen Bereich, die IT-Dienstleistungen und das Beteiligungsgeschäft. Seine Laufbahn begonnen hatte der gelernte Bankkaufmann und promovierte Betriebswirt (Uni Köln) anno 1991 bei der Deutschen Bank. Nach Stationen bei Mannesmann Arcor und Infostrada stieg der Vater zweiter Tochter beim Maschinenbauer Deutz zum Vorstand auf.

Spätestens als der Fraport-Aufsichtsrat Schulte 2006 zum Stellvertreter des langjährigen Fraport-Vorstandschefs Prof. Wilhelm Bender machte, war klar, wohin Schultes Laufbahn gehen würde. Im Laufe der Jahre knüpfte der Sohn eines Möbelhändlers ein enges Beziehungsnetz in der Branche – insbesondere auch zum wichtigsten Fraport-Kunden Lufthansa. Im Spätsommer des Krisenjahres 2009 nahm Schulte schließlich auf dem Chefssessel der Airport-Betreibergesellschaft Platz. Vorgänger Bender ging in den Ruhestand.

Energisch trieb Schulte die Fertigstellung der 600 Mio. EUR teuren neuen Landebahn voran. Kurz vor der Inbetriebnahme der Nordwestbahn verdarb der Hessische Verwaltungsgerichtshof die gute Stimmung. Die Richter untersagten vorläufig die pro Tag vorgesehenen 17 Nachtflüge und verordnetem dem Flughafen eine Betriebsruhe zwischen 23 und 5 Uhr. Schulte setzt jedoch darauf, dass das letztinstanzliche Bundesverwaltungsgericht bei seiner Entscheidung im kommenden März die vom Land Hessen genehmigten Nachtflüge doch noch zulässt.

Nach zwölf Jahren Debatte, Planung und Bau eröffnete Schulte gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel im vergangenen Oktober die vierte Startbahn des Flughafens. Seitdem versammeln sich Montag für Montag Tausende von Anwohnern im Terminal, um gegen den Fluglärm im allgemeinen und die neue Bahn im besonderen zu protestieren. Denn mit der vierten Bahn wurden An- und Abflüge und damit der Lärm neu verteilt. Dagegen wächst der Protest der Bürger. Ihnen hatte die Politik im Gegenzug zum Ausbau eine ruhige Nacht zugesagt. Für den neuen Lärm machen sie nun Schulte verantwortlich.

Trotz neuer Bahn dämpft Schulte allzu große Erwartungen im laufenden Jahr. Das erwartete Passagierplus von vier Prozent liegt am unteren Ende der bisherigen Prognose, die bis zu sieben Prozent reichte. Als Grund nennt der Fraport-Chef die unsichere konjunkturelle Entwicklung. Dennoch soll der Umsatz in 2012 über die für 2011 angekündigten gut 2,3 Mrd. EUR wachsen. (ma)   

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Marc-Oliver Simon, Roland Hötzl, Peter Förster und Martin Mack; alle Transporeon GmbH

Ulm

Marc-Oliver Simon, Roland Hötzl, Peter Förster und Martin Mack hatten im Jahr 2000 das, was viele junge IT-Experten der Dot.com-Generation ebenfalls hatten: eine gute Idee. Aus der Optimierung des mit vielen händischen Prozessen und Medienbrüchen behafteten Prozess der Dienstleisterauswahl und Auftragsvergabe in der Transportlogistik müsste sich doch ein Geschäftsmodell machen lassen, dacht sich das Quartett.  Sie schufen eine Internet-Logistik-Plattform, die Unternehmen aus Industrie und Handel mit ihren Spediteuren vernetzt.

Im Gegensatz zu anderen Start-ups verkauften sie ihre Software nicht, sondern boten deren Nutzung gegen eine Transaktionsgebühr an. Mit Erfolg: Aus der Geschäftsidee wurde  die international tätige Transporeon Group, geworden, die mittlerweile drei Plattformen betreibt: die Logistik-Plattform Transporeon, die Ausschreibungs-Plattform Ticontract sowie die Handelslogistik-Plattform Mercareon. Derzeit wickeln mehr als 450 Verlader und über 22000 Spediteure ihre Transaktionen über die Logistikplattformen ab. Transporeon beschäftigt 220 Mitarbeiter an 13 Standorten, 50 Prozent davon sind Frauen.

E-Logistics made in Germany fasste 2010 in den USA und 2011 in China Fuß. Für 2012 hat sich der Ulmer Dienstleister den russischen Markt vorgenommen. Das Unternehmen setzte 2011 20 Mio. EUR um, in den vergangenen fünf Jahren betrug das Umsatzwachstum 260Prozent. Damit gehört das unternehmen nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Deloitte zu den 50 am schnellsten wachsenden Technologieunterrnehmen.

Für die Logistikbranche bringen Transporeon und andere E-Logistikunternehmen enorme Effizienzgewinne. Durch die Abbildung der Auftragsvergabe in elektronischen Plattformen werden Frachteinkäufer und Disponenten von der aufwändigen Kommunikation und Telefax und der anschließenden Dokumentation in der Firmensoftware entlastet. Die Auftragsvergabe wird transparenter, der Frachteinkäufer erhält zusätzliche Informationen über das Angebot seiner Dienstleister. Diese können sich wiederum um Aufträge bewerben, die ihnen sonst nicht zugänglich gewesen wären. Im Gegensatz zu klassischen Grachtenbörsen bildet Transporeon neben dem Sportmarkt auch den Bereich der Frachtkontrakte ab. Dieses Angebot haben die Transporeon-Macher um Leistungen wie Zeitfenstermanagement und Sendungsverfolgung ergänzt.

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