Frank Schnabel

Geschäftsführer, Schramm Gruppe/Brunsbüttel Ports

In der bundesdeutschen Seehafenlandschaft werden die kleineren Standorte häufig übersehen oder als nicht für große Logistikaufgaben adäquat angesehen. Frank Schnabel, seit drei Jahren bei der Schramm Gruppe und dort Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH, will sich mit diesem Status nicht abfinden. Schon als Logistiker im Bereich Einkauf und Materialwirtschaft der Aker Yards verstand er es, globales Denken mit regionalem Handeln zu verbinden.

Gleich zwei Häfen – nämlich Glückstadt und Brunsbüttel – hat Schnabel in diesem Jahr in eine Hafenkooperation Unterelbe geführt. Zusammen mit Hamburg, Stade und Cuxhaven sollen Synergien im Umschlaggeschäft erzielt und die Planungen und Marketingarbeit besser abgestimmt werden. Dabei hat er eine private Hafengruppe im Rücken, die es auch in der Krise geschafft hat, ihren Umschlag um 3,7 Prozent auf 9,9 Mio. t zu steigern.

Die maritime Logistik bietet aber auch tief im Hinterland Chancen für neue Geschäfte. Deswegen wurde eine Zusammenarbeit mit den Sächsi-schen Binnenhäfen an der Oberelbe eingeleitet. Jüngster Vorstoß von Schnabel ist ein Offshore-Konzept für die schleswig-holsteinischen Nordseehäfen.

Hans Stapelfeldt

Geschäftsführender Gesellschafter, Stapelfeldt Transport GmbH

Herbst 2008: Die Wirtschaftskrise trifft die Stapelfeldt Transport GmbH mit voller Wucht. Besonders hart trifft es die Fahrer. Deren Kurzarbeitergeld wird nur auf Basis des nicht gerade üppigen Tarifgehalts berechnet. Haben die Fahrer auf das Entgelt für Überstunden jahrelang Abgaben gezahlt, soll dieser Gehaltsbestandteil nicht mehr zählen, wenn es um existenzsichernde Leistungen geht? Fahrer sollen nicht mit einem Kurzarbeitergeld nach Hause gehen, dass auf Hartz-IV-Niveau liegt. Stapelfeldt erreicht, dass die Arbeitsagenturen das Kurzarbeitergeld fortan bundesweit auf Grundlage des ganzen Gehalts berechnen müssen. So kann er seine Fahrer halten.

Nachhaltig bedeutet für ihn, dass Mitarbeiter den Betrieb so gesund verlassen wie sie hineingekommen sind. Dafür bietet er Gesundheitschecks an, bei Bedarf auch physiotherapeutische Anwendungen. Für Mitarbeiter gibt es eine betriebliche Zusatzversicherung zum Aufstocken der Rente. Als Chef einer kleinen Firma gibt Stapelfeldt ein zukunftsweisendes Beispiel, wie ein nachhaltiges Personalwesen funktionieren kann. Damit beugt er dem Nachwuchs- und Fahrermangel vor. Dass es funktioniert, zeigen die Wartelisten mit Bewerbungen um einen Job in seiner Firma.

Michael ten Hompel

Leiter, Fraunhofer IML, Dortmund

Seit über zehn Jahren leitet Prof. Michael ten Hompel gemeinsam mit zwei weiteren Professoren das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Mit Leidenschaft widmet er sich der Logistik-IT und der Selbststeuerung von Systemen.

In diesem Jahr hat der 52-Jährige nun einen ganz besonders dicken Fisch an Land gezogen. Durch den Gewinn des Spitzenclusterwettbewerbs der Bundesregierung stehen dem Effizienzcluster LogistikRuhr Fördermittel in Höhe von rund 40 Mio. EUR für die kommenden fünf Jahre zur Verfügung. „Jetzt gilt es, durch gemeinsame Forschung und Entwicklung wegweisende Innovationen in die Welt zu tragen“, kommentierte ten Hompel den Erfolg im Januar dieses Jahres.

Erfindungsreichtum hat der Wissenschaftler schon häufig an den Tag gelegt. Er ist an 15 Gebrauchsmustern und Patentanmeldungen beteiligt. Der studierte Elektrotechniker schaut immer über den Tellerrand hinaus und macht das Wissen anderer Disziplinen für die Logistik nutzbar. Seine Freizeit verbringt er gerne mit Segeln. Ein Törn auf See mit Aussicht bis zum Horizont macht den Kopf frei und fördert den Teamgeist – auch das sind wichtige Eigenschaften, mit denen er die Logistik voranbringt.

Klaus Hellmann

Geschäftsführender Gesellschafter, Hellmann Worldwide Logistics

Klaus Hellmann dachte schon über nachhaltige Logistik nach, als in der Speditionsbranche noch kaum jemand wusste, dass es so etwas gab. Hellmann Worldwide Logistics war das erste Logistikunternehmen, dass nach der Umweltnorm ISO 14001zertifiziert worden war – und zwar bereits Mitte der neunziger Jahren.

Auf diesen Vorreiter-Lorbeeren ruht sich Klaus Hellmann jedoch nicht aus. Er greift Trends und Erkenntnisse aus der Wissenschaft und Forschung auf und setzt sie für sein eigenes Unternehmen um. Eine durchdachte Fuhrparkpolitik, Abfall- und Gebäudemanagement tragen dazu bei, dass Hellmann seine Klimabilanz permanent verbessert. Das Unternehmen engagiert sich überdies in Kompensationsprojekten.

Eine zweite Säule der Zukunftsfähigkeit sieht Hellmann in sozialem Engagement und in Investitionen in seine Mitarbeiter. Hellmann ist als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert. Unabhängige Sozialberatung, Wiedereingliederung von weiblichen Mitarbeiterinnen nach der Schwangerschaft zeigen ebenso soziales Engagement wie verschiedene Schulpartnerschaften. Die Personalentwicklung in dem Osnabrücker Unternehmen ist beispielhaft.

Matthias Wissmann

Präsident, Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA)

Matthias Wissmann lässt kaum eine Gelegenheit aus, mit seiner Herkunft aus Schwaben und der sprichwörtlichen Sparsamkeit zu kokettieren. Doch mit zukunftsorientierten Ideen und Initiativen geizt der 61-jährige CDU-Politiker in den gut drei Jahren, in denen er den VDA führt, nicht.

Nicht nur, dass der Verband auf sein Drängen von Frankfurt in die politische Machtzentrale nach Berlin-Mitte gezogen ist. Der eloquente Wirtschaftsfachmann hat das einst als Eurokombi bekanntgewordene Konzept längerer Lastzüge politisch wieder auf die Spur gesetzt. Dazu hat er Verkehrsminister Peter Ramsauer auf seine Seite gezogen und Widersacher wie den ADAC und die Deutsche Bahn von einem konstruktiven Dialog überzeugt.

Auch die umweltfreundlichen Antriebe hat der Schwabe offensiv ins Licht der Öffentlichkeit gebracht. Hier steht die Elektromobilität im Vordergrund. Gerade für die Stadtverkehre – Stichwort Citylogistik – ist dieses Thema angesichts der Umweltbelastungen attraktiver denn je. Letztlich schließt sich für Wissmann dabei ein Kreis, hat der VDA-Präsident alternative Antriebe schon zu seiner Zeit erst als Bundesforschungs- und später als Bundesverkehrsminister vorangetrieben.