Zukunftsmacher: Frank Schnabel

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH, gewann die DVZ-Leserwahl um den Leo in der Kategorie Zukunftsmacher. Der Industriekaufmann und studierte Betriebswirt bekleidete seine erste Führungsposition als Leiter des Strategischen Einkaufs und der Logistik bei einem Unternehmen der Roh- und Zellstoffindustrie, der Temming AG in Glückstadt an der Elbe. Dort entdeckte er wohl auch seine Liebe zur maritimen Wirtschaft, denn sein nächster Schritt führte ihn als Direktor für Logistik, Einkauf und Materialwirtschaft zu einem der großen europäischen Werftunternehmen, Aker Yards.

Seit 2007 leitet Schnabel als Geschäftsführer die Häfen von Brunsbüttel und Glückstadt sowie weitere Gesellschaften der inhabergeführten Schramm Group. In der bundesdeutschen Seehafenlandschaft werden die kleineren Standorte häufig übersehen oder als nicht für große Logistikaufgaben adäquat angesehen. Schnabel will sich mit diesem Status nicht abfinden und steuert gegen – als Motor bei der Bildung regionaler Allianzen an der Küste. Die Häfen von Glückstadt und Brunsbüttel führte er in diesem Jahr in die Hafenkooperation Unterelbe. Zusammen mit Hamburg, Stade und Cuxhaven sollen Synergien im Umschlaggeschäft erzielt und die Planungen und Marketingarbeit besser abgestimmt werden. Dabei hat der Marathonmann (Bestzeit: 2:39 Std.) eine private Hafengruppe im Rücken, die es auch in der Krise geschafft hat, ihren Umschlag um 3,7 Prozent auf 9,9 Mio. t zu steigern.

Mit der Bildung von Allianzen ist es für kleinere Hafenstandorte nicht getan. Sie müssen eigene Stärken herausarbeiten und erfolgversprechende Nischen suchen. Für die Häfen an der Nordseeküste ist eine solche Nische ohne Zweifel die Logistik für die geplanten Offshore-Windparks in der Nordsee.

Schnabel hat erkannt, dass die zahlreichen kleineren Häfen an der schleswig-holsteinischen Westküste nur mit einem gemeinsamen Konzept ihren Teil am Windkraft-Boom einfordern können. Das Hafenkonzept "Offshore Nordsee Schleswig-Holstein" brachte der gebürtige Berliner als Mitinitiator und Motor entscheidend voran. Dieses Konzept weist den beteiligten Häfen gemäß ihren Stärken Rollen als möglicher Standort für das Assembling der Großkomponenten, Versorgungs- oder Reaktionshäfen zu – und definiert eine enge Vernetzung.