Unternehmer des Jahres: Klemens Rethmann

Klemens Rethmann, Vorstandsvorsitzender der Rhenus AG & Co. KG, kommt aus einer erfolgreichen Unternehmerfamilie, die im Jahr 1934 ihre ersten Schritte im Transportgeschäft machte. Heute ist die Rethmann-Gruppe auf Konzerngröße gewachsen und gleichermaßen in der Logistik, in der Biotechnologie sowie der Wasser- und Kreislaufwirtschaft erfolgreich unterwegs. Die Gesamtgruppe erwirtschaftet mit 39.000 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 7,1 Mrd. EUR.

Rethmann stieg nach seinem Studium der Betriebswirtschaft im Jahr 1990 in das Familiengeschäft ein und beschäftigte sich zunächst intensiv mit Kreislaufwirtschaft und mit dem Geschäft der sicheren Vernichtung von Akten und Datenträgern. Der nächste Schritt führte ihn in die Bioindustrie, wo er für die in dieser Branche aktive Unternehmung des Familienkonzerns, Saria, als Vorstand und Sprecher des Vorstandes aktiv war.

Erst 2007 kam er als Vorstand in das Logistikunternehmen Rhenus, wo er unter anderem die Unternehmensentwicklung in Russland und anderen GUS-Staaten vorantrieb. Infolge des plötzlichen Todes des damaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Hermann Niehues, einer der großen Persönlichkeiten der deutschen Logistikwirtschaft, übernahm er im Herbst 2008 den Vorstandsvorsitz – und musste den Logistikdienstleister gleich durch die Wirtschaftskrise steuern.

Trotz Umsatzverlusten im Jahr 2009 gab der Leo-Preisträger keine Defensivstrategie für das gut diversifizierte und finanzstarke Unternehmen vor. Im Gegenteil: Das Unternehmen verstärkte seine Marktposition im Bereich Luft- und Seefracht, Landverkehr- und Kontraktlogistik und es gab Investitionen in neue Terminals – etwa in Antwerpen und Russ­land. Beim Aufbau der Logistik für Offshore-Windparks ist das Unternehmen dank eigener Hafenkapazitäten aussichtsreich dabei. Im Jahr 2010 steuerte das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs.

Auch persönlich überzeugt der Westfale: Bei Großveranstaltungen wie dem Deutschen Logistik-Kongress findet man ihn nicht auf den VIP-Plätzen, sondern eher in den hinteren Reihen. Dies zeigt Bescheidenheit, aber keine Scheu. Er kommuniziert intensiv und lösungsorientiert mit seinen Kunden und Mitarbeitern, denen er vertraut und denen er Raum für unternehmerische Entscheidungen lässt. Seine Bildung und sein Humor machen ihn zu einem angenehmen Gesprächspartner, der offen auch kritische Fragen anspricht – wenn es nicht gerade um detaillierte Ertragszahlen zum eigenen Unternehmen geht.

Wirtschaftspolitisch setzt sich der Leo-Preisträger für privates Unter­nehmertum und den freien ­Wett­bewerb ein.