Manager des Jahres: Reinhard Lange

Reinhard Lange ist ein Eigengewächs des Kühne + Nagel-Konzerns, den er heute als Chief Executive Officer leitet. Der gebürtige Bremer begann seinen Berufsweg mit einer Lehre zum Speditionskaufmann im K+N-Stammhaus in Bremen, arbeitete sich Schritt für Schritt nach oben und ist seit nunmehr fast 40 Jahren seinem ersten Arbeitgeber treu.

Mit Kühne + Nagel hat Lange die Welt kennengelernt: Bremen, Hongkong, Hamburg, Kanada, Schweiz. Der Manager bewährte sich an vielen beruflichen Stationen und stieg dabei stetig in der Unternehmenshierarchie auf. Dabei halfen ihm fundierte Kenntnisse seines Fachgebietes See- und Luftfracht, Disziplin, aber auch kulturelle Kompetenz: das Vermögen, erfolgreich Mitarbeiter aus den verschiedensten Kulturkreisen zu motivieren und zu führen.

Im September 2007 war der Leo-Preisträger an der Spitze seines Unternehmens angekommen und wurde zum CEO ernannt. Ihm blieb in dieser Funktion gerade mal ein knappes Jahr mit stabiler Konjunktur – dann musste er in der globalen Wirtschaftskrise beweisen, dass er kein Schönwetterkapitän ist. Das tat er mit Bravour: Marktanalysten und Wettbewerber rieben sich im Krisenjahr 2009 erstaunt die Augen über 319 Mio. EUR Gewinn, nur 20 Prozent weniger als im Vorkrisenjahr. Und in den ersten drei Quartalen 2010 durften sich die Aktionäre über Umsatz-, Rohertrags- und Gewinnsteigerungen im zweistelligen Bereich freuen.

Die wilden Preis- und Mengenschwankungen besonders in der See- und Luftfracht machten es Lange und seinem Management-Team nicht leicht, solche Ergebnisse zu erreichen. Präzise Kenntnisse der Marktmechanismen, fähige Mitarbeiter und straffes Kostenmanagement sind die Zutaten dieser Erfolgsgeschichte von Kühne + Nagel. Als besonders wichtig bezeichnet Lange selbst die Qualität des Datenmanagements bei dem Speditionskonzern.

Durch die Krise zu kommen ist eine Sache, aus der Krise herauszukommen ist eine andere. Hier lieferte Lange ein Meisterstück in Sachen unternehmerischer Mut ab. Mitten in der Krise stellte der Logistikdienstleister über 300 zusätzliche Verkäufer ein, um Marktanteile zu gewinnen. Diese Rechnung ging auf.