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Häfen in Zeiten des Klimawandels

Szenen, mit denen Hafenmanager Experten

zufolge künftig häufiger konfrontiert werden:

Der Wirbelstrum Mercanti hat die Kräne im

08. Juni 2017 | von Werner Balsen

Die Lage für die europäischen Seehäfen war schon einfacher. Derzeit müssen die Ports vom Schwarzen Meer bis zum Atlantik mit den absehbaren Konsequenzen des Klimawandels fertig werden. Was etwa für einen Hafen wie Miami in den USA bedeutet, dass er noch im Laufe dieses Jahrhunderts überflutet werden wird – da sind sich Klimaforscher sicher. 

Ports spüren aber auch die Folgen eines geopolitischen Wandels. Sie sind direkt betroffen, wenn wirtschaftspolitische Strategien, von denen sie profitieren, wie weltweit freier Handel (Globalisierung), durch neue wie etwa verstärkter Protektionismus und Nationalismus in Frage gestellt werden. Deshalb war das Motto der diesjährigen Espo-Konferenz gut gewählt: „Häfen in einem sich verändernden Klima in einer sich verändernden Welt“.

Steigende Wasserstände

Alvaro Rodriguez, europäischer Koordinator des vom ehemaligen Us-Vizepräsidenten Al Gore gegründeten Climate Reality Projects,  machte den Mitgliedern der Organisation der Europäischen Seehäfen (Espo) schnell klar, dass sich das weltweite Klima ändert, und „Sie alle künftig viel mehr mit Phänomenen wie steigenden Wasserständen und heftigeren Stürmen zu tun haben werden“. 

Was das schon heute bedeutet, machte der britische Wissenschaftler Robert Nicholls klar, als der Bilder des völlig überfluteten Hafens Immingham, an der englischen Ostküste zeigte. Der – gemessen an der umgeschlagenen Tonnage – größte britische Port, wurde Anfang Dezember 2013 von einer Sturmflut lahm gelegt. „Steigende Wasserstände machen Wettereffekte für die Häfen fataler“, urteilte Nicholls.

Es war gut, dass Rodriguez dennoch Hoffnung in das düstere Klima-Szenario bringen konnte: Technologien, die den klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß minimieren und sogar auf null bringen, sind für die Ports vorhanden.

Man müsse nur aufhören, den Klimawandel zu leugnen und auf die Solar- und Windenergie setzen, betonte er, an dem Tag, an dem US-Präsident Donald Trump ankündigte, aus dem Pariser Klima-Abkommen auszusteigen – und kurz bevor deutsche CDU-Abgeordnete vor „Klima-Panik“ warnten.

Europas Häfen haben schon begonnen, sich den Herausforderungen zu stellen, die der Klimawandel mit sich bringt. Das erkannte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc an: „Wir sehen heute Windräder, automatisierte Terminals und mit Flüssiggas (LNG) angetriebene Schiffe.“ Die Kommissarin ist sich sicher, dass die Häfen von diesen Veränderungen profitieren werden.

Zwei Szenarien

Das bestätigte auch Nicholls, der zwei Szenarien bis 2050 aufriss. Auf der „Green Road“ mit einem Temperaturanstieg bis zwei Grad Celsius, betrügen die Klima-Adaptionskosten der  westeuropäischen Häfen nur gut ein Drittel des Aufwands, der mit mehr als 30 Mrd. USD auf der „High Road“ (Temperaturanstieg bis vier Grad Celsius) anfiele. Für die USA mit „High Road“-Kosten von knapp 50 Mrd. USD  wäre der Unterschied zur „Green Road“ noch drastischer.

Bulc erinnerte die Hafenverwaltungen daran, dass sie durch ihre Politik Anreize für eine emissionsärmere Schifffahrt setzen sollten. Sie könnten etwa die Hafengebühren nach dem Kohlendioxid-Ausstoß staffeln,  wie es rund 30 Ports in Europa bereits tun. 

Das  forderte auch Olaf Merk, vom Internationalen Transport Forum (ITF) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Er sprach davon nicht nur Boni für saubere Schiffe zu gewähren, sondern auch Mali für Dreckschleudern. 

Aber auch mit der Vergabe von Konzessionen können die Port Authorities dem Klima dienen. Etwa indem sie die Konzessionsvergabe für Terminals oder auch Schleppdienste an Umweltauflagen binden.  An die EU appellierte Merk,  bei der Vergabe von Fördermitteln die Erfüllung von  Klima-Konditionen zu berücksichtigen.

Bulc hingegen forderte die Hafen-Manager auf, den Flughäfen zu folgen, die sich dem Airport Carbon Accreditiation Programm, einem Zertifizierungsstandard, unterwerfen. „Ich sähe es gerne, wenn Ports Sie den Airports in diesem Sinne folgten.“   

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