Digitalisierung begünstigt die größeren Anbieter

Noch im Mai hatte Thorsten Haeser, Chief Commercial Officer und Vorstandsmitglied von Hapag-Lloyd, in einem Beitrag in dieser Zeitung die Ansicht vertreten, „Digitalisierungscompanies werden heillos überschätzt“, weil den Start-ups Ressourcen und Organisationsstrukturen fehlten. Spedtionen und Reedereien könnten demnach relativ entspannt der digitalen Konkurrenz entgegensehen. Möglicherweise muss der Manager sein Urteil nach dem Blick in die jüngste Ausarbeitung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC revidieren.

Denn die Reederstudie besagt ganz klar, dass bereits jede zweite deutsche Reederei von der Digitalisierung, die im weitesten Sinne auch Start-ups in diesem Sektor umfasst, betroffen ist. Gut vier von fünf Reedereien gehen sogar davon aus, dass Online-Anwendungen für die Kunden bald selbstverständlich sind.
Ob sie diese Anwendungen selbst entwickeln und bereitstellen oder auf Dienstleister mit entsprechendem Know-how zurückgreifen, hängt von der Größe und Marktrelevanz der Reederei ab. Nicht jede hat die finanzielle Kapazität, um Neugeschäft zu entwickeln.

Somit ist eine Spaltung der Reedereibranche vorhersehbar, bei der die Beschäftigung mit der Digitalisierung in zwei Geschwindigkeiten abläuft. Die Schifffahrt sollte achtgeben, dass sie bei der Entwicklung nicht abgehängt wird.

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