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Großaktionär Fredriksen will Sonderprüfer einsetzen lassen

Tui will Hapag-Lloyd-Sorgen schnell abschütteln

17.02.2010 | Der weltgrößte Reisekonzern Tui will die milliardenschweren Belastungen durch sein Sorgenkind Hapag-Lloyd möglichst schnell abschütteln. Der Konzern wolle dadurch den Spielraum für sein Kerngeschäft Touristik erhöhen, sagte Vorstandschef Michael Frenzel am Mittwoch bei der Hauptversammlung in Hannover.

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Erst wenn das Engagement bei der Containerreederei Hapag-Lloyd „zu angemessenen Werten“ zurückgefahren wurde und sich das Geschäft in der Touristik verbessere, seien wieder Dividenden möglich.

Frenzel verteidigte die Finanzhilfen des Reisekonzerns für die angeschlagene Reederei gegen die Kritik des Großaktionärs John Fredriksen. Es habe nur die Wahl gegeben, «für diese Gesellschaft ein Rettungspaket zu schnüren oder Hapag-Lloyd untergehen zu lassen». Letzteres hätte allerdings auch den Wert der Tui-Aktie drastisch und nachhaltig vermindert.

Nach Frenzels Darstellung wäre Tui ohne den Teilverkauf von Hapag-Lloyd "insgesamt in schwere See geraten". Darlehen an die Reederei rechtfertigte er mit der drohenden Insolvenz von Hapag-Lloyd, die von der Wirtschaftskrise schwer getroffen worden war. Inzwischen stiegen allerdings die Chancen, dass die Hamburger Gesellschaft schneller als erwartet in ruhigeres Fahrwasser gerate. Bei Hapag-Lloyd gebe es wegen steigender Frachtraten "Licht am Horizont". Die Reederei hatte zuletzt ihre Verluste deutlich verringert.

Der Tui-Konzern ist an seiner früheren Tochter Hapag-Lloyd noch mit 43 Prozent beteiligt. Die restlichen Anteile liegen bei dem Hamburger Konsortium "Albert Ballin" um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Zusammen mit den im Zuge des Rettungspakets erteilten Darlehen ist Tui mit 2,5 Milliarden Euro bei Hapag-Lloyd engagiert. Mittelfristig will sich der Konzern vollständig von der Hamburger Reederei trennen.

Bei der Hauptversammlung muss sich das Tui-Management mit Sonderprüfungsanträgen des norwegischen Großaktionärs Fredriksen auseinandersetzen. Dabei geht es um die Hilfen für Hapag-Lloyd sowie um mögliche Regelverstöße bei der Ausgabe einer Wandelanleihe im Herbst 2009.

Fredriksen geht es vor allem darum, ob der Vorstand seine rechtlichen Pflichten verletzt und der Gesellschaft einen Schaden zugefügt habe, als er "überproportionale Beiträge" zur Finanzierung von Hapag-Lloyd geleistet habe - ohne angemessene Einflussmöglichkeiten und Teilhaberechte an künftigen Gewinnen und Wertsteigerungen zu vereinbaren. Der Großaktionär will dazu einen Sonderprüfer einsetzen lassen. Der Vorstand wies die Vorwürfe bereits im Vorfeld der Hauptversammlung zurück. Fredriksen war zuletzt mit mindestens 15 Prozent an Tui beteiligt. (dpa)

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