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Die klirrende Kälte lässt das Eis auf den rheinland-pfälzischen Flüssen wachsen. Auf der Mosel gebe es mittlerweile sehr starkes Treibeis, sagte Tobias Schmidt vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Koblenz am Dienstag. Daher werde der Einsatz der zwei vorhandenen Eisbrecher vorbereitet. Weil die Temperaturen auch in den kommenden Tagen unter dem Gefrierpunkt liegen werden, dürfte es zu weiterer Eisbildung kommen. "Wir rechnen damit, dass die Eisbrecher zum Einsatz kommen."
Bereits für die Schifffahrt gesperrt ist die Lahn. Hier beträgt die Eisdicke laut dem Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice (Elwis) durchgängig bis zu sechs Zentimeter. Auf der Mosel ist das Eis an Schleusen und in der Nähe von Wehren zwischen zwei und fünf Zentimetern dick, in Häfen sind es teilweise bis zu sechs Zentimeter.
Auf dem Rhein ist nach Einschätzung von Experten vorerst nicht mit Beeinträchtigungen für die Schifffahrt zu rechnen. Das liegt an der starken Durchmischung des Wassers, sagte Peter Hörter von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz. "Hier müsste der gesamte Wasserkörper auf null Grad runterkühlen." Bei der Mosel sei die Durchmischung indes aufgrund von Staustufen nicht so stark. "Sie friert eher von oben durch", sagte Hörter.
Warten auf steigende Temperaturen
Tobias Schmidt vom Koblenzer Wasser- und Schifffahrtsamt sagte, das Eis werde grundsätzlich erst bei wieder steigenden Temperaturen gebrochen. Sonst sei die Gefahr zu groß, dass das Eis übereinandergeschoben werde.
Mit der Sperrung des letzten Abschnitts des Main-Donau-Kanals ist am Dienstag die Binnenschifffahrt in Bayern komplett zum Erliegen gekommen. Auf der wichtigen Ost-West-Wasserstraße zwischen Aschaffenburg und Passau gehe wegen des harten Dauerfrosts vorerst nichts mehr, berichtete das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg. Zuletzt war der knapp 60 Kilometer lange Kanalabschnitt zwischen Bachhausen und Kelheim für den Schiffsverkehr gesperrt worden.
Die Behörden hatten damit auf die Sperrung der Donau zwischen Kelheim und Untergriesbach (Landkreis Passau) reagiert. Damit mache es keinen Sinn mehr, den bislang noch passierbaren südlichen Abschnitt des Main-Donau-Kanals offen zu halten, sagte ein Mitarbeiter des Schifffahrtsbüros in Nürnberg. Bereits seit Montagabend ruht auch der Verkehr auf dem Main zwischen Wertheim und Aschaffenburg. Dort hatten Eisschollen bereits in den vergangenen Tagen die Schifffahrt behindert.
Auch der Neckar friert zu
Der obere Neckar musste am Dienstagmorgen ab Stuttgart-Hofen gesperrt werden, sagte Jochen Bode vom Wasser- und Schifffahrtamt Heidelberg. "Da ist jetzt einfach zu viel Eis." Neben den sechs bereits im Einsatz befindlichen Arbeitsschiffen habe man deshalb zwei zusätzliche Schiffe angefordert, die als Eisbrecher versuchen, den Neckar befahrbar zu halten. "Auch der Schleusenbetrieb wird wegen der Eisschollen immer schwieriger", sagte Bode.
Auf dem Rhein hingegen sei noch alles im Fluss. "Der Rhein ist weiter eisfrei", sagte Jörn Heilmann vom Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim. Weiterhin seien nur in den Hafenbecken und den Nebenarmen, den sogenannten Altrheinarmen, Arbeitsschiffe als Eisbrecher unterwegs, um das zwischen zwei und sieben Zentimeter dicke Eis zu brechen.
Im Rheinhafen Karlsruhe ist die Lage ähnlich: Ein Eisbrecher, das Arbeitsschiff "Karlsruhe", ist seit Montag einmal täglich in den sechs Hafenbecken unterwegs. "Ab Mittwoch werden wir aber zweimal täglich fahren müssen, damit uns die Becken nicht zufrieren", sagte Hafenmeister Bernd Ertel.
"Auf Kanälen geht nichts mehr"
In Nordrhein-Westfalen frieren viele Wasserstraßen nach und nach zu. "Es fährt so gut wie kein Schiff mehr. Die Eisdecke wächst", sagte am Dienstag der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Minden, Henning Buchholz, über die Lage auf dem Mittellandkanal. Der Kanal war am Dienstagnachmittag zwischen Magdeburg und Minden so gut wie nicht mehr passierbar. Ein Konvoi wurde von Eisbrechern noch bis Hannover geleitet.
"Wie hatten heute minus 16 Grad, da wächst das Eis sehr schnell. Die Eisdecke ist 20 Zentimeter dick, im Osten sogar 30 Zentimeter", sagte Buchholz. Auf dem Teilstück von Minden bis in die Gegend von Rheine, wo der Mittellandkanal auf den Dortmund-Ems-Kanal trifft, hielten Eisbrecher zunächst noch die Strecke frei. Das Teilstück des Dortmund-Ems-Kanals nördlich von Rheine ist zugefroren. (lrs/lby/lsw/lnw)
Eisbericht deutscher Wasserstraßen





