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Wirtschaftlich ist der Rückblick vor allem wegen der Krise nicht eben erfreulich, vor allem aber prägte die Schmiergeldaffäre die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens. Der Bestechungsskandal kostete MAN nicht nur viel Geld und Ansehen, sondern auch fast der kompletten Führungsriege um Ex-Vorstandschef Håkan Samuelsson den Job.
Ob es für die Verantwortlichen noch ein juristisches Nachspiel geben wird, ist offen. MAN prüft weiter Schadenersatzforderungen und die Staatsanwälte ermitteln ebenfalls noch immer. Auch deshalb will die Verwaltung die eigentlich auf der Hauptversammlung anstehende Entlastung der ehemaligen Vorstände zunächst vertagen.
Betroffen sind Samuelsson, Ex-Finanzvorstand Karlheinz Hornung und der ehemalige Leiter der Nutzfahrzeugsparte, Anton Weinmann. Alle drei Manager hatten im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre im November innerhalb von einer Woche den Konzern verlassen. Anders als bei vielen anderen Aktionärstreffen wird sich der Ärger aber vermutlich in Grenzen halten. Bis Dienstag lagen nur zwei Gegenanträge vor; einer fordert etwa, die Betroffenen dennoch zu entlasten. "Es wäre schäbig und charakterlos, den Vorstand in einer schwierigen Zeit im Stich zu lassen", heißt es dort.
Lkw-Markt immer noch schwach
Schwierig dürften die Zeiten für die neue Führung um Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen auch ohne solche Scharmützel bleiben, vor allem der Lastwagen-Markt wird in diesem Jahr trotz guter Konjunktursignale nur langsam Fahrt aufnehmen. Auf dem Niveau des Vorjahres werde man sich bewegen, sagte der MAN-Lenker im Februar voraus. 2009 hatte die wegbrechende Nachfrage den Münchnern die Bilanz verhagelt. Der Umsatz schrumpfte um 20 Prozent auf 12 Mrd. Euro. Die größte Sparte Nutzfahrzeuge verbuchte einen operativen Verlust von 91 Mio. Euro, nach 1,1 Mrd. Euro Gewinn 2008.
Der schwierige Markt dürfte - möglicherweise bereits auf der Hauptversammlung - auch die Debatten um die Zukunft des Konzerns bestimmen. Im Mittelpunkt steht dabei Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der auch an der Spitze des Kontrollgremiums beim mit 29,9 Prozent an MAN beteiligten Großaktionär Volkswagen steht. Der VW- Patriarch soll eine gemeinsame Lastwagenholding schmieden wollen - unter Beteiligung der Tochter und MAN-Konkurrentin Scania und unter dem Dach von Volkswagen. Bei MAN steht man einer Kooperation aufgeschlossen gegenüber, sagte Pachta-Reyhofen jüngst. (dpa)






