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Die Staustufen Trier und Detzem seien zwar noch offen, aber es fahren dort keine Schiffe mehr, sagte der Leiter des Schifffahrtsbüros beim Wasser- und Schifffahrtamt Trier, Klaus Kürten. Es sei auch nicht sinnvoll, weil die Schiffe sowieso nicht weiterkämen und die Liegeplätze knapp würden.
In den oberen Vorhäfen der Staustufen Zeltingen und Wintrich (beides Kreis Bernkastel-Wittlich) sei das Eis etwa zwei bis drei Zentimeter dick. Kürten ging davon aus, dass die Eisschicht mit anhaltender Kälte noch wachse. Die Zwangspause für die Schifffahrt werde sicherlich noch eine Weile dauern. "Wenn die Eisbrecher ausrücken, tun sie das von Koblenz aus."
Eisschollen und zugefrorene Schleusen behindern auch immer mehr die Schifffahrt auf dem Neckar. "Es ist ein Riesenkampf momentan", sagte am Donnerstag der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Heidelberg, Jörg Huber. "Wir versuchen alles, was möglich ist, um die Schifffahrt aufrecht zu erhalten." Doch es gebe wegen der Kälte zunehmend Probleme an den Schleusen. "Das Eis pappt an den Stahlteilen und wir kriegen die Schleusentore nicht mehr auf." Eine Schleuse auf dem Neckar in Mannheim sowie eine weitere bei Eberbach seien zugefroren. Auch andere Schleusen fielen zwischendurch immer wieder aus.
Auch Preßlufthammer im Einsatz
Im Kampf gegen das Eis setzen die Arbeiter vor Ort Presslufthammer ein. Allerdings bestehe dabei für die Teams Lebensgefahr, sagte Huber. Auch schweres Gerät fehle, weil viele Firmen Bagger "eingewintert" hätten: "Es fehlen Löffelbagger, um das Eis zu rühren oder herauszuholen."
In den Häfen Mannheim und Karlsruhe sind Eisbrecher im Einsatz. "Das Horrorszenarium ist, dass Eisbarrieren entstehen und sich unkontrolliert in Bewegung setzen und so den Wasserabfluss blockieren." Gefährdet seien wichtige Kohlelieferungen aus Rotterdam für das Kraftwerk in Heilbronn.
Auch auf dem hessischen Main-Abschnitt bremsen die eisigen Temperaturen bremsen die Schifffahrt. Flussaufwärts Richtung Bayern geht es nur noch bis Aschaffenburg. Dort liegen derzeit 16 Schiffe und warten auf Tauwetter. "Der Hafen ist voll", sagte Stephan Momper von Wasser- und Schifffahrtsamt in Aschaffenburg am Donnerstag. Alle nachfolgenden Schiffe seien aufgefordert worden, schon vorher Liegeplätze aufzusuchen, wo sie abwarten können, bis sich die Lage wieder entspanne.
Zwei Eisbrecher im Einsatz
Der hessische Main-Abschnitt selbst sei noch eisfrei, sagte Momper. Direkt an der Landesgrenze zwischen Kleinostheim bis Krotzenburg seien derzeit zwei Eisbrecher im Einsatz. Auch die Schleusen würden von Eis freigehalten.
Täglich fahren laut Angaben des Amts zehn bis 15 Binnenschiffe auf dem Main flussaufwärts über Aschaffenburg hinaus. Wann sich die Lage entspanne, sei unklar. Frühestens in der nächsten Woche werde eine deutliche Milderung erwartet.
Auf dem Rhein gab es laut Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest keine Probleme. Die Lahn blieb wegen geschlossener Eisdecke für die Schifffahrt gesperrt.
In Niedersachsen kaum noch Schifffahrt möglich
In Niedersachsen sind sämtliche Kanäle zugefroren, hieß es am Donnerstag im Eislage-Bericht der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung des Bundes. Auch auf der Elbe geht kaum noch etwas. Befahrbar ist aber weiter die Weser - bis auf die zugefrorenen Schleusenkanäle in Dörverden und Langwedel.
Auf die Unternehmer hat die Unterbrechung der Binnenschifffahrt gravierende Auswirkungen, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschiffahrt, Jörg Rusche. Die laufenden Kosten für ein Binnenschiff liegen pro Tag je nach Größe zwischen 1000 und 2000 Euro, können aber auch noch höher sein.
Insolvenzen sind nach Angaben des Binnenschiffahrts-Verbandes zwar nicht unmittelbar zu erwarten. Wenn der Stillstand aber länger als zehn Tage dauere, werde es für manche Betreiber schwierig. "Die Binnenschifffahrt ist in einer kritischen Situation", sagte Rusche. Die auf die transportierte Ware angewiesene Wirtschaft, etwa Kraftwerke, seien aber auf Ausfälle durch Eis eingestellt. (lrs/lsw/lhe/lni)
Eisbericht deutscher Wasserstraßen
Spezieller Eisbericht für den Main (Pdf)





