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In Sachsen-Anhalt sei sei zunächst der Abschnitt von der Schleuse Hohenwarthe bis zur Schleuse Rothensee betroffen, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Montag in Magdeburg. Bis zum Abend werde dann auch der Abschnitt bis Sülfeld gesperrt. Die Eisdecke sei mittlerweile bis zu 20 Zentimeter dick.
Auf dem Rothenseer Verbindungskanal will die Wasserschutzpolizei bereits am Vormittag ab 10 Uhr die gesamte Schifffahrt einstellen. Dort hatte sich in der Nacht zum Montag ein Frachter nahe Magdeburg festgefahren. Der Wasserschutzpolizei zufolge ist der Eisbrecher "Seebär" auf den Weg, um das Schiff frei zu schleppen. Es soll sich noch am Vormittag einem Konvoi von mehreren Gütermotorschiffen anschließen. Sie sind die Letzten, die, von Eisbrechern begleitet, mit einer Sondergenehmigung auf dem Mittellandkanal Richtung Westen fahren dürfen.
Seit Sonntagmorgen ist die Elbe bereits ab Magdeburg in Richtung Norden gesperrt. Auch der Elbe-Havel-Kanal ist von der Schleuse Hohenwarthe bis ins brandenburgische Wusterwitz nicht mehr schiffbar.
Oberelbe wird gesperrt
Bei anhaltendem Frost droht auch den Schiffen auf dem deutschen Oberlauf der Elbe die Zwangspause. "In maximal 48 Stunden wird der Fluss zwischen Saale und Dresden gesperrt, wenn das Wetter so bleibt", sagte Wolfgang Schwehla vom Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das Treibeis stelle eine Gefahr dar. Schwehla zufolge sind noch zwei tschechische Motorgüterschiffe zwischen Saale und Dresden unterwegs. Sie könnten entscheiden, wie weit sie noch fahren wollen. Nach Erkenntnissen der Behörde liegen mindestens neun Schiffe in ihren Häfen, die langsam zufrieren. Das Becken im Alberthafen Dresden hält ein Eisbrecher frei. Von der Saalemündung bis Hamburg ist der Fluss bereits gesperrt.
Auch die Schifffahrt in Bayern wurde weitgehend zum Erliegen gebracht. Allein wegen der Eis-Sperre auf dem Main-Donau-Kanal seien inzwischen 32 Binnenschiffe an der Weiterfahrt gehindert, berichtete das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg am Montag. 18 Schiffe seien im Main-Donau-Kanal eingeschlossen, 14 Frachter hätten wegen der Kanalsperre an der südlichen Zufahrt eine Zwangspause einlegen müssen. Seit Montag ist der Main-Donau-Kanal auf einer Länge von mehr als 100 Kilometern gesperrt. Die zunächst im mittleren Abschnitt verhängte Sperrung sei nun auf den nördlichen Abschnitt zwischen Bamberg und Hausen ausgedehnt worden, berichtete ein Behördenmitarbeiter.
Wegen zugefrorener Schleusen können auf der Donau zwischen Kelheim und Untergriesbach (Landkreis Passau) seit Sonntag keine Schiffe mehr fahren. Sie müssten sich einen Liegeplatz suchen und abwarten, bis es taue, sagte Wasserkundler Karl-Hermann Stöcklein vom Regensburger Wasser- und Schifffahrtsamt am Montag. Auf der rund 230 Kilometer langen Flussstrecke gibt es Stöcklein zufolge sechs Schleusen. Bei zweien ließen sich die Tore nicht mehr öffnen. Sie seien außer Betrieb, um die Anlagen nicht zu gefährden. An vielen Stellen trieben Eisschollen.
Dicke Eisschollen vor den Schleusen haben auch die Schifffahrt auf dem Main in Unterfranken ausgebremst. In der Nacht zum Montag stellte das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Schweinfurt den Verkehr zwischen Bamberg und Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart) komplett ein. "Es fahren jetzt nur noch die Güterschiffe, die ihren Liegeplatz ansteuern", sagte WSA-Sachgebietsleiter Helko Fröhner am Montag in Schweinfurt.
Über 30 Schiffe liegen fest
Insgesamt warteten laut WSA-Angaben am Montag mehr als 30 Güterschiffe auf dem Main auf ihre Weiterfahrt. Fünf von ihnen hatten sich zuvor im Raum Schweinfurt vor den Schleusen im Eis festgefahren und mussten mit Hilfe von Eisbrechern befreit werden. Am späten Montagabend sollte die Main-Schifffahrt auch bis Aschaffenburg gestoppt werden. Damit ist die Schifffahrt auf der fast 400 Kilometer langen Strecke zwischen Bamberg und Aschaffenburg zunächst unmöglich.
Dass Eisbrecher den Weg für die Güterschiffe frei räumen müssen, sei nicht ungewöhnlich, sagte Fröhner. Das passiere jedes Jahr wieder. "Diesmal kam es für uns jedoch sehr plötzlich. Wir dachten, wir haben noch eine Woche für die Schifffahrt und dann war der Fluss in drei Tagen schon zugefroren, weil die Temperaturen sehr schnell gefallen sind", sagte Fröhner.
Am Rhein haben die Schiffe bisher keine Probleme mit Eis. In einigen Häfen wie in Mainz, an der Loreley oder in Koblenz gebe es zwar Eis, weil Fließbewegungen fehlten, sagte Peter Hörter von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest am Montag in Mainz. "Die Eisdecke ist aber so dünn, dass die Schiffe durchkommen." Anders an der Lahn: Sie war am Montag für die Schifffahrt gesperrt. An der Saar traf es den französischen Teil, der nicht befahrbar war. Die deutsche Saar werde allerdings weiter freigehalten - trotz teils massiver Behinderungen. Auch die Mosel sei frei für die Schifffahrt, sagte der Hydrologe.
Berliner Wasserstraßen sind dicht
Wegen Eisgangs und teils geschlossener Eisdecken sind fast alle Wasserstraßen in Berlin gesperrt. Nur die Dahme-Wasserstraße zwischen dem Heizkraftwerk Klingenberg in Lichtenberg und dem Hafen Königs Wusterhausen werde für den Kohletransport freigehalten, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt der Deutschen Presse-Agentur am Montag mitteilte. Insgesamt seien fünf Eisbrecher im Einsatz. Sie sollen vor allem verhindern, dass sich an den zahlreichen Brücken die Eisschollen stauen. Auch die Schleusen müssen davor geschützt werden. Zudem muss an allen Bauwerken der Eisdruck gesenkt werden.
Starker Eisgang herrscht auf der Spree und der Havel. Gesperrt sind auch der Berlin-Spandau-Schifffahrtskanal und der Charlottenburger Verbindungskanal. Dort ist das Eis zwischen 15 und 20 Zentimeter dick. Die Eisbrecher sind von 4 Uhr morgens bis 21 Uhr unterwegs. Laut Angaben des Schifffahrtsamts liegen Lastkähne derzeit in Häfen und an Liegeplätzen fest.
In Berlin gibt es das "Eistelefon"
Bereits seit Ende Januar sei für die Berufsschifffahrt ein Eistelefon geschaltet worden. Entwarnung dürfte es aber auch nicht so schnell geben. "Selbst wenn die Temperaturen etwas steigen, dauert es noch länger, bis das Eis auf den Gewässern verschwindet", sagte Sven Geisler von der Berliner Eiskommission. (dpa/sn/lby/lrs/bb)
Eislage an Kanälen im Internetportal ELWIS






