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DVZ.de-Serie Next Generation

"Meine Karriere ist eine Ausnahme"

Von Anna Tille, Hamburg

30.05.2010 | Der studierte Betriebswirt Fabian Rogalla ist von seinen Vorgesetzen gezielt aufgebaut worden und inzwischen der jüngste Prokurist der In time Express Logistik GmbH. In der DVZ-Serie Next Generation stellt sich der selbstbewusste junge Mann vor.

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Fabian Rogalla ist 28 Jahre alt und Prokurist des mittelständischen Hannoveraner Logistikunternehmens In time. Auf den ersten Blick ist das nichts Besonderes. "Mit seinen 330 Mitarbeitern ist der Betrieb durchlässig. Wer bei uns aufsteigen und sich weiterentwickeln will, der schafft das auch", kommentiert seine Frau Monique Rogalla. Sie ist Unternehmenssprecherin und hat die Presse- und Marketingabteilung bei In time aufgebaut. "Trotzdem ist meine Karriere auch in einem Unternehmen mit so flachen Hierarchien eine Ausnahmeerscheinung", stellt Fabian Rogalla selbstbewusst klar. "In enger Abstimmung mit der Geschäftsführung war meine Laufbahn früh vorgezeichnet."

Klassisch hochgearbeitet

Erst vor drei Jahren ist er über einen Karrieretag an der DAV auf die Firma gestoßen. Nach einer Ausbildung zum Speditionskaufmann bei Frans Maas (heute DSV) kam er als frischgebackener Betriebswirt DAV von der Deutschen Außenhandels- und Verkehrsakademie in Bremen zu In time. Dort war er zunächst als Leiter der Disposition in der Niederlassung Hannover tätig. Seit Mai 2009 leitet er den Vertrieb des Sonderfahrtenlogistikers. Außerdem ist er als Key Account Manager für die Betreuung von fünf Großkunden in der Automobil- und Autozulieferindustrie zuständig.

 Darüber hinaus führt er ein Team von sieben Innendienstmitarbeitern, drei weiteren Key-Account-Managern und hat die fachliche Aufsicht über die 16 deutschen und drei europäischen Niederlassungen. Gibt es dort inhaltliche Fragen oder stellt ein Kunde besondere Anforderungen, landen sie auf seinem Tisch. "Ich befasse mich überwiegend mit unseren Kunden, aber die Mitarbeiterführung nimmt inzwischen einen großen Teil meiner Arbeitszeit ein", fasst er zusammen. Daran hat auch die Anfang des Jahres erteilte Prokura nichts geändert. Sie mache vor allem in der Darstellung nach außen einen Unterschied. "Den Kunden gibt es ein sicheres Gefühl, wenn sie wissen, dass sie mit einem Prokuristen verhandeln", sagt Rogalla.

Ehrgeizig und redegewandt

Auch wenn seine täglichen Aufgaben die gleichen geblieben sind, macht der Titel ihn stolz. "Es waren wohl vor allem meine Zielstrebigkeit und eine gewisse Kommunikationsfähigkeit, die mir geholfen haben, diese Stufe auf der Karriereleiter zu erklimmen", mutmaßt der Jung-Manager. Seine Frau fügt hinzu: "Er besitzt eine gesunde Portion Perfektionismus, die sicher auch nicht geschadet hat."

Die beiden haben sich über die Firma kennengelernt. Inzwischen teilen sie ein gemeinsames Hobby – das Tanzen. Fabian Rogalla tanzt seit etwa 15 Jahren Latein und Standard. "Inzwischen gehen wir jeden Sonntag zum Tanzen – das ist für uns ein gelungener Start in die Woche", beteuern beide. "Sein Ehrgeiz hat dazu geführt, dass ich meinen Rückstand ziemlich schnell aufgeholt habe und inzwischen auch ganz gut bin", ergänzt Monique Rogalla­.

Seine Begeisterung für das Speditionsgewerbe begründet Fabian Ro­galla mit dem "Kleine-Jungen-Effekt": "Meine Familie hat an einer Hauptverkehrsstraße gewohnt. Die großen Lkw dort haben mich schon als Kind fasziniert." So sehr, dass er sich die Arbeit für ein Luft- oder Seefrachtunternehmen gar nicht vorstellen kann. Das sei auch der Grund, warum es ihn nicht ins Ausland zieht. "Klar hätte ich nach dem Studium auch für einen Kühne + Nagel oder Schenker nach China oder Indien gehen können. Das sind aufregende Märkte, keine Frage. Im internationalen Transport spielen jedoch See- und Luftfracht eine wesentliche Rolle, und dazu fehlt mir der Bezug." Einmal sei er für In time zwei Wochen in Rumänien gewesen, erinnert sich Rogalla und lacht. Das habe genügt.

Einzig beim Essen ziehe es ihn aus der Heimat fort. "Ich koche sehr gern, allerdings nie traditionelle deutsche Küche. Am liebsten indisch oder italienisch." Abgesehen davon sind Abenteuer nicht, was er sucht.

Zu sechst an der Spitze

Seit 2007 ist In time nicht mehr inhabergeführt. Drei Geschäftsführer und drei Prokuristen leiten nun das Unternehmen. Rogalla ist einer von ihnen und berichtet als Vertriebsleiter direkt an den Geschäftsführer Sales, Gerd Röttger. "Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Wir haben einen ähnlichen Werdegang und denken ähnlich. Auch Kritik ist immer sehr konstruktiv", sagt Rogalla und lehnt sich sichtlich zufrieden in seinem Stuhl zurück.

Mit dem neuen Management habe sich einiges geändert, sind sich die Rogallas einig. Weniger hemdsärmelig gehe es zu. "Das Unternehmen wächst und gewinnt dabei immer stärker an Struktur", stellt Monique Rogalla fest.

Bisher machte das Geschäft mit der Automobilbranche etwa 80 Prozent des Umsatzes aus. Das soll sich ändern. Forciert durch die Krise wurden erste Kundenkontakte im Maschinenbau geknüpft. Außerdem ist In time seit einem guten Jahr vom Luftfahrtbundesamt als Reglementierter Beauftragter zugelassen und bietet auch sicherheitsrelevante Luftfrachttransporte an. Im vergangenen Jahr wurden außerdem 21 Kühlboxen mit einem Fassungsvermögen von je 440 Liter angeschafft. Sie werden über den Fahrzeugmotor mit Kühlenergie versorgt. Darin transportiert In Time nun erstmals Pharma- und Blutprodukte. "Wir haben damit auf Anfrage eines Kunden angefangen, und schauen jetzt, wie stark die Nachfrage weiterhin ist", erklärt Monique Rogalla.

Stabile Beziehung

In time ist das Unternehmen seiner Wahl, den Arbeitgeber zu wechseln kann Fabian Rogalla sich kaum vorstellen. Kurze Entscheidungswege, der Freiraum mitzugestalten und ein offener Umgang mit den Kollegen – mit diesen Worten fassen die Rogallas die Vorzüge ihres Betriebes zusammen.

Beide sind so eng mit dem Unternehmen verbunden, dass sie jetzt ein Haus in Hannover bauen. Dabei kann Fabian Rogalla sich einen anderen Kindheitstraum erfüllen. Denn, wenn nicht Logistiker, wäre er Architekt geworden. DVZ 20.5.2010 (at/ma)

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