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Der Krisenstab hatte das Flugverbot zwar noch bis Mittwochnacht verlängert. Am Mittwochmorgen dann wurden Hamburg, Bremen und die Berliner Flughäfen uneingeschränkt für den Betrieb freigegeben. Auch am Flughafen Hannover war wieder ein regulärer Betrieb möglich. Um 11 Uhr wurde dann der komplette deutsche Luftraum freigegeben. Am Morgen meldete auch der Flughafen "Franz Josef Strauß" in München die Wiederaufnahme des regulären Verkehrs.
Die Deutsche Flugsicherung, die dem Bund gehört, hatte am Vormittag letzte Einschränkungen für Verkehrsflugzeuge aufgehoben. Die Entscheidung sei auf Informationen des Deutschen Wetterdienstes gestützt, nach denen keine gefährlichen Aschekonzentrationen mehr nachgewiesen werden könnten. "Das war keine politische Entscheidung", sagte der Sprecher der Flugsicherung, Axel Raab.
Im Laufe des Tages versuchen die Luftraumüberwachungen und die Fluggesellschaften, den Flugbetireb wieder hochzufahren. Allerdings wird es noch einige Tage dauern, bis die Flugpläne wieder regulär eingehalten werden können. Dies hänge unter anderem auch daran, dass viele Maschinen und Besatzungen nicht dort sind, wo sie eigentlich sein sollen.
Flugzeuge müssen jetzt durch "Nadelöhr"
Außerdem mache den Flughäfen der Stau von Flugzeugen am Boden zu schaffen. Ein Sprecher der europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol sagte am Mittwoch, die Situation sei vergleichbar mit einer gesperrten Autobahn, an deren Auffahrten sich lange Staus gebildet hätten. Die Deutsche Flugsicherung DFS geht davon aus, dass am Mittwoch wieder 5000 Flüge über Deutschland abgewickelt werden könnten.
Am Mittwoch hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Sperrung des Luftraums zunächst im Verkehrsausschuss und anschließend im Bundestag verteidigt. In einer Regierungserklärung nannte Ramsauer die Maßnahmen "absolut notwendig und alternativlos".
Die Gewerkschaft für Dienstleistungsberufe, Verdi, kritisierte nach der Aufhebung des Flugverbots über Europa die Bundesregierung und die großen Fluggesellschaften. "Statt auf die Flugkapitäne zu hören, hat diese Regierung dem Druck der Unternehmen nachgegeben", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Erhard Ott am Mittwoch. Ramsauer habe die Widersprüche im Krisenmanagement der Bundesregierung mit seiner Erklärung im Bundestag "nicht entwirren" können.
Gewerkschaft befürchtet Gefahr für Reisende und Besatzungen
Ott warf der Lufthansa und Air Berlin vor, sie nutzten "juristische Winkelzüge und Grauzonen im internationalen Regelwerk, um dieses Flugverbot zu umgehen". Die Sicherheit des Flugverkehrs brauche klare Daten und klare Regeln. "Ein 'Vielleicht' oder 'Auf eigene Gefahr' darf es im kommerziellen Luftverkehr nicht geben", stellte Ott fest. Ob man nun im Instrumenten- oder Sichtflug einen verunreinigten Luftraum durchfliege, ändere nichts an der möglichen Gefahr. (pkl/dpa)






