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Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sagte, er strebe eine Zusammenarbeit zwischen der Volkswagen-Tochter Scania und MAN an. "Ich bin überzeugt, wir bringen sie zustande", sagte Piëch, der auch an der Spitze des Kontrollgremiums von Volkswagen steht, am Donnerstag. VW ist mit 29,9 Prozent an MAN beteiligt und der einzige Großaktionär. MAN hält rund 17 Prozent an Scania.
Piëch musste sich angesichts der Gerüchte über eine Zusammenarbeit zwischen Scania und MAN teils heftige Kritik anhören. Dem VW-Patriarchen wird nachgesagt, eine gemeinsame Lastwagenholding mit MAN und der schwedischen VW-Tochter Scania unter dem Dach von Volkswagen schmieden zu wollen. "Stoppen Sie den Eroberungsdrang von Professor Piëch", schimpfte ein Aktionär. Pachta-Reyhofen sagte: "Derzeit gibt es keine Gespräche über eine Zusammenarbeit, auch nicht über ein konkretes Projekt." Er sei aber davon überzeugt, dass eine Kooperation sinnvoll sein könne.
"Was will er denn, der Großaktionär?", fragte ein Redner mit Blick auf Volkswagen. Piëch antwortete, er sei sicher, dass eine Kooperation der beiden Hersteller der richtige Weg sei. So werde die Entwicklung von Motoren nach der künftigen Abgasnorm Euro 6 Scania und MAN alleine jeweils 1,5 Mrd. Euro kosten. "Das ist nicht sinnvoll", sagte Piëch.
Kritik an Schmiergeld-Aufarbeitung
Zuvor waren Vertreter der Anteilseigner mit Piëch auch wegen der Aufarbeitung des MAN-Schmiergeldskandals hart ins Gericht gegangen. Vor allem die spektakulären Rücktritte fast der gesamten Führung Ende
2009 ließen Fragen offen. Der Bestechungsskandal hatte Ex-Vorstandschef Håkan Samuelsson und zwei Kollegen die Jobs und den Konzern mit Bußgeldern und Steuernachzahlungen rund 220 Mio. Euro gekostet. Piëch wies Vorwürfe zurück, Samuelssons Rücktritt habe mit dessen kritischer Haltung zu einer Kooperation mit Scania zu tun gehabt.
Für das laufende Jahr erwartet MAN keine großen Sprünge. "Die schwierigen Zeiten sind leider noch nicht ganz vorbei", sagte Pachta-Reyhofen. 2009 war MAN wegen der wegbrechenden Nachfrage, Abschreibungen und den Folgen der Schmiergeldaffäre in die roten Zahlen gerutscht. Nun setzt das Unternehmen große Hoffnungen vor allem auf die Wachstumsmärkte in Südamerika und Asien, die von der Krise kaum getroffen wurden. Als Erfolg hat sich die Übernahme des Lastwagengeschäfts von Volkswagen in Brasilien erwiesen.
Für die größte Sparte Nutzfahrzeuge rechne er mit Geschäften auf dem derzeitigen Niveau, sagte Pachta-Reyhofen. Für die Sparte Diesel und Turbo sei ein moderater Umsatzrückgang zu erwarten. Zudem bekräftigte er, der Dax-Konzern wolle an seinem Sparkurs festhalten.
Im vergangenen Jahr hatte die wegbrechende Nachfrage dem in Münchnen ansässigen Konzern die Bilanz verhagelt. Der Umsatz schrumpfte um 20 Prozent auf 12 Mrd. Euro. Die Sparte Nutzfahrzeuge verbuchte einen operativen Verlust von 91 Mio. Euro, nach 1,1 Mrd. Euro Gewinn 2008.
Trotz der schwierigen weltwirtschaftlichen Situation möchte MAN in den Märkten für Transport, Energie und Umwelttechnik weiter wachsen. Pachta-Reyhofen kündigte für 2010 die Einführung einer neuen Lkw-Marke für den asiatischen Raum mit dem Partner Sinotruk an.
Geschäft in Lateinamerika boomt
Laut MAN hat der Konzern 2009 zentrale strategische Weichenstellungen für eine weitere internationale Ausrichtung vorgenommen, wie die strategische Partnerschaft mit Sinotruk und die Integration der neuen brasilianischen Nutzfahrzeugtochter MAN Latin America.
2010 werde MAN intensiv daran arbeiten, diese strategischen Entscheidungen mit weltweiten Produkt- und Produktionskonzepten umzusetzen und durch Wachstum und Synergien zum Erfolg zu führen, so Pachta-Reyhofen weiter. Basis dafür ist eine klare Unternehmensstruktur der MAN Gruppe mit den beiden Säulen Commercial Vehicles und Power Engineering. (dpa/pkl)
Lesen Sie hierzu bitte auch unseren dvz.de-Artikel über die Vorstandsgehälter bei MAN






