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Die Rantzau-Gruppe erlag auf dem Höhepunkt des Ölbooms zu Beginn der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts dem "Tankerfieber", erinnert sich der Reedereichef. Als die Schiffe dann fertig wurden, mussten sie zum Schrottwert verkauft werden – der Markt war zusammengebrochen.
Krise war unvermeidlich
Von Rantzau erkennt eine klare Parallele zur aktuellen Schifffahrtskrise. Sie war seiner Meinung nach aufgrund des ungezügelten Neubaubooms der vergangenen Jahre unvermeidlich. "Früher oder später wäre die Schifffahrt durch diese Überkapazitäten in Schwierigkeiten geraten, denn die Bestellung von immer neuer Tonnage ist selbst unter dem Aspekt der positivsten Wirtschaftsvoraussagen nicht zu begründen gewesen." Es sei den Reedern und in ihrem Gefolge einer zunehmenden Zahl von Finanzierungsgesellschaften –
"darunter manchem Glücksritter" – zu leicht gemacht worden.
Die Rantzau-Gruppe gehe jedenfalls nur noch solche unternehmerischen Risiken ein, die auch bei einem "worst case scenario" verkraftet werden können, unterstreicht der Reeder. "Wir lassen uns nicht von dem Ziel leiten, eine möglichst große Flotte von Schiffen in Fahrt zu halten, sondern beschäftigen nur solche Tonnage, die wir benötigen und auch bezahlen können."
Nachhaltig agieren
Es gehe auch nicht um kurzfristige Gewinnmaximierung – "im Gegensatz zu vielen managergeführten Unternehmen, die ihre Geschäftsziele häufig nach Quartalsergebnissen ausrichten oder an der Länge der Anstellungsverträge
bemessen".
In dem Familienunternehmen werde "generationsübergreifend gedacht" und mit dem Ziel langfristiger Profitabilität gehandelt. So sei es gelungen, unternehmerische Unabhängigkeit zu bewahren. DVZ 8.6.2010





