-Anzeige-
Derzeit laufen immer wieder Kapitäne den Oberpfälzer Hafen an, um zu leichtern, also durch Abladen eines Teils der Fracht den Tiefgang des Schiffes zu verringern. Die Binnenschiffer reagieren damit auf die Situation an der Donau in Niederbayern. Entlang des nicht ausgebauten Flussabschnitts sind die Wasserstände in den vergangenen Tagen immer weiter gefallen, der Pegel Deggendorf registrierte am Montag nur noch 2,17 Meter.
Dies sei für die Schifffahrt aber auch kein ungewöhnliches Ereignis, sagte Berlinghof. So wie es im Winter Treibeis gebe, gebe es im Sommer Niedrigwasser. "Wir haben im letzten Jahr etwa vier Monate lang Niedrigwasser gehabt." Auch am Rhein gebe es diese Situation.
Nachdem es die aktuellen Probleme seit der vergangenen Woche gebe, seien insbesondere die Kapitäne davon betroffen, die in der vorletzten Woche in Rotterdam geladen haben. "Denen ist während ihrer Reise das Wasser so weggelaufen, dass sie nun eine Entscheidung treffen müssen." Der Schiffer könne dann prüfen, "ob er es sich leisten kann zu leichtern, oder ob er es sich leisten kann, darauf zu warten, dass es regnet".
Umladen der Fracht möglich
Wenn die Kähne abgeladen werden müssen, gebe es verschiedene Möglichkeiten. Die Fracht könne dann für die problematischen Strecken auf zwei Schiffe verteilt, mit Lastern transportiert oder im Hafen zurückgelassen werden. Die Kapitäne, die nun erst Rotterdam anlaufen, haben laut dem Hafenchef weniger Schwierigkeiten. Sie könnten sich auf den niedrigen Wasserstand von Anfang an einstellen und weniger Fracht mitnehmen.
Hochwassernachrichtendienst Bayern: www.hnd.bayern.de
Die Elbe in Dresden führt ebenfalls Niedrigwasser und löst damit Sorgen bei der sächsischen Schifffahrt aus. "Der Stand ist schon sehr kritisch", sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden am Montag auf Anfrage. "Die Schifffahrt leidet darunter", sagte er.
Der Wasserstand lag am Montagmittag bei etwa 85 Zentimetern, tags zuvor waren es noch rund 1,20 Meter gewesen. Üblich sind etwa zwei Meter. Der Elbestand war am 24. Juni unter die Normalmarke gesunken und seither nicht mehr über den Wert geklettert, geht aus dem Online-Portal des Bundesverkehrsministeriums hervor.
Bei Werten unter 1,60 Meter Fahrrinnentiefe bekommt die Schifffahrt auf der Elbe Probleme. "Unter diesem Wert wird es schwierig", sagte ein Sprecher. "Mit Niedrigwasser müssen wir aber leben. Diese Probleme sind uns bekannt", ergänzte er. "Was uns infolge der Hitzewelle fehlt, sind natürlich Regenfälle."
Rentabilität im Blick
In Zeiten von Niedrigwasser habe jeder Schiffer noch mehr als sonst die Rentabilität seiner Fahrten im Blick. "Da muss man sich gut überlegen, ob die Wirtschaftlichkeit noch gegeben ist", sagte ein Sprecher. "Wir können niemandem vorschreiben, was er zu tun hat."
Das sächsische Landesumweltamt sagt für die kommenden Tagen weiter Niedrigwasser voraus. "Wenn die Gegebenheiten so bleiben, wird der Wert zwischen 70 und 90 Zentimetern schwanken", sagte ein Sprecher. Für die weitere "Schiffbarkeit" der Elbe sei auch die Hilfe von tschechischer Seite vonnöten. "An den Talsperren der Moldau wird auf die passende Wasserabgabe geachtet", bekräftigte er. (dpa)
Pegel der Elbe in Dresden





