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Im Jahr 2009 entschied das Management, fünf auf Erdgasbetrieb umgerüstete Motorwagen vom Typ Iveco Stralis in der Distribution einzusetzen. Jetzt legte das Unternehmen eine Bilanz des Versuchs vor.
40 Cent Preisvorteil. "Das Konzept der Erdgas-Lkw für den Verteilerverkehr stimmt. Die Fahrzeuge sind leise, erzeugen im Betrieb kaum Schadstoffe und bieten darüber hinaus Einsparungspotential bei den Treibstoffkosten“, erklärt Detlef Fürst, Niederlassungsleiter von Meyer-Logistik in Grünheide bei Berlin. Zwar ist der Verbrauch im Vergleich zu einem Dieselfahrzeug nahezu identisch, jedoch kostet das Gas weniger. Für ein Kilogramm Erdgas müssen zurzeit durchschnittlich 40 Eurocent weniger bezahlt werden als für einen Liter Diesel.
Am Standort Berlin setzen die Frischelogistiker insgesamt vier Verteilerfahrzeuge mit Erdgasantrieb in zwei verschiedenen Konfigurationen ein. Bei den Schwer-Lkw handelt es sich um drei Kühlkoff erfahrzeuge mit 26 t zulässigem Gesamtgewicht und eine Sattelzugmaschine. Letztere ist mit einem einachsigen Kühlaufl ieger gekoppelt und darf als Zug 28 t auf die Waage bringen. Die Lastwagen vom Typ Stralis sind mit einem auf Erdgas angepassten 7,8 l großen Cursor-Motor ausgestattet. Bei dem Sechszylinder-Selbstzünder wurde der Zylinderkopf gegen einen mit Zündkerzen ausgewechselt. So arbeitet das Aggregat wie ein Benzinmotor. Insgesamt vier Gastanks auf jeder Seite mit jeweils 80 l Volumen speichern den Treibstoff. Die 600 l Erdgas entsprechen rund 120 l Diesel und ermöglichen eine Reichweite von 350 bis 400 km.
Besser als EEV. Methangas und der Verbrennung mit einem Luft-Methan-Verhältnis von 1:1 weisen die Erdgas-Stralis bessere Emissionswerte als ein Dieselmotor auf. Mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator ausgerüstet, lassen sich die CO2-Anteile im Abgas Soweit reduzieren, dass das 270 PS starke Triebwerk
sogar die EEV-Abgasnorm (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle)unterschreitet.
Aufgrund ihres Verbrennungsprozesses ohne Druckspitzen verursachen die CNG-Motoren (Compressed Natural Gas) weniger Lärm als die Selbstzünder. Um die Lärmentwicklung noch weiter zu drosseln, integrierte der Aufbauer auch das Kühlaggregat in den Gasantrieb. Eine direkt am Fahrzeugmotor angeflanschte Hydraulikpumpe treibt einen Hydromotor an, der mit dem Kältekompressor des Carrier-Kühlaggregates verbunden ist. Dank spezieller Böden im Kühlaufbau, kunststoffbeschichteter Ladebordwände und gekapselten Elektromotoren für den Betrieb der Hubladebühne lässt sich der Lkw auch bei Be- und Entladung leise betreiben. (DVZ 16.6.2011; ben)






