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Indirekter Appell zur Elbvertiefung

Ein Gigant der Superlative im Hamburger Hafen

Die "Christoph Colomb" machte am Dienstag in Hamburg fest. (Bild: dpa)

Von Vanessa Steinmetz, Hamburg

14.07.2010 | Wie ein Stahlriese ragt das Containerschiff "Christoph Colomb" aus der Elbe empor. Die 45.600 Tonnen des Containerschiffes türmen sich vor dem Betrachter auf wie eine blaue Wand - kein Anfang, kein Ende sind in Sicht. Die Schiffe daneben wirken angesichts der kolossalen Ausmaße des Giganten wie Spielzeuge.

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Mit einer Länge von 365 Metern und einer Höhe von mehr als 51 Metern ist die "Christoph Colomb" der französischen Reederei CMA CGM das größte Containerschiff, das bisher im Hamburger Hafen angelegt hat. Am Dienstag machte der Riese erstmals im neuen Liegeplatz für Großschiffe am Hamburger Burchardkai fest.

Rote Greifarme beladen behände den Giganten - unaufhörlich werden bunte Container auf dem Rücken des Kolosses zentimetergenau aufeinandergestapelt. Vor allem Textilien, Schuhe, Haushaltswaren und Elektronik bringt der Riese von Asien nach Hamburg. Die Route führt ihn künftig von Ningbo und Shanghai in China über Port Kelang in Malaysia nach Hamburg und Rotterdam. Mit fast 14.000 TEU kann die "Christoph Colomb" beladen werden - zu viel für die Tiefgangs- und Breitenrestriktionen der Elbe. Deshalb darf das Containerschiff nur mit 85 Prozent seiner Ladung einlaufen, und selbst das nur in einem Zeitfenster.

Doch die Tiefe des Flusses ist für den Kapitän das geringere Problem. "Mein Schreckensszenario ist, dass, wenn starker Wind aufkommt, die gestapelten Container wie ein Segel wirken und das Schiff so gegen das Hafenbecken gedrückt wird", sagt Pierre-Gilles Coat aus Frankreich. "Darauf müssen wir uns vor allem in den Wintermonaten gefasst machen."

108.000 PS Leistung

Die Schiffsbrücke, ausgestattet mit Radaren und meterhohen Antennen, offenbart einen ungetrübten Blick über den Hamburger Hafen. Die Ladekräne, die hoch über den umliegenden Containerschiffen schweben, scheinen hier schon fast zum Greifen nah. Derweil ächzt und rotiert es im unteren Maschinenraum. Turbinenlärm durchdringt die stickigen Gänge. Acht Decks unter der Brücke liegt das Herzstück des Containerschiffes. 14 Zylinder treiben den 26 Meter langen und fast 15 Meter hohen Motor des Schiffes mit 108.000 Pferdestärken an. Meterdicke Stahlrohre sind umringt von Eisenkonstruktionen. "Das ist eigentlich wie bei einem Auto, nur eben größer", sagt Chefingenieur Julien Guenes. Zehn Besatzungsmitglieder sollen hier für den reibungslosen Ablauf sorgen. Geunes: "Das Wichtigste ist, sich von den Ausmaßen nicht einschüchtern zu lassen. Wir sind sehr wenige Leute für viel Arbeit - wie bei jedem anderen Schiff auch."

Am Donnerstag soll die "Christoph Colomb" nach der Abfertigung durch die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wieder in See stechen. Mit Papier, Chemikalien, Plastik und Metallschrott beladen bringt es die 7000 TEU umfassende Fracht zum nächsten Zielort Rotterdam. Ab dem 6. August soll jeden Freitag eines von insgesamt zehn Großschiffen in Hamburg anlegen. (dpa)

 Homepage der Reederei: www.cma-cgm.com

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