-Anzeige-
Eines von sieben europäischen Fuhrunternehmen fürchtet, die kommenden acht Jahre nicht überstehen zu können, wenn es nicht gelingt, die Lkw-Flotten auf mehr Kraftstoffeffizienz zu trimmen. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt die in der vergangenen Woche in Brüssel präsentierte Studie „Die Kraftstoffeffizienz von Fahrzeugen vorantreiben".
Die Unternehmen sehen sich vor allem zwei großen Herausforderungen gegenüber: Auf der einen Seite steigen die Dieselpreise ständig weiter, auf der anderen Seite hat die EU-Kommission in ihrem Weißbuch zum Transportmarkt bereits anspruchsvolle CO2-Reduktionsziele für die kommenden Jahre skizziert.
Laut der Studie werden auch viele Fuhrunternehmen von ihren Kunden unter Druck gesetzt, die Transporte nachhaltiger zu betreiben. Vor allem die Hersteller bekannter Verbrauchermarken legen zunehmend Wert auf eine umweltbewusste Logistik.
Pessimistische Branche. Der Reifenhersteller Goodyear Dunlop hatte Ende 2011 die Flottenmanager von 400 europäischen Lkw-Unternehmen befragt. Davon gehörten 60 Prozent zu den kleineren Firmen mit bis zu 50 Fahrzeugen. Weitere 30 Prozent der Befragten kamen aus Unternehmen mit einer Fuhrparkgröße von 51 bis 250 Einheiten, die restlichen Manager arbeiteten für große Fuhrparks mit mehr als 250 Fahrzeugen. Die Bilanz der Studie fiel unter dem Strich ernüchternd aus: Gut ein Drittel der Firmen hat bisher noch keine Planungen in Angriff genommen, wie man der innerhalb der nächsten zehn Jahre voraussichtlich in Kraft tretenden CO2-Verordnung begegnen kann. Weitere 40 Prozent befürchten, dass sie keine ausreichenden Mittel besitzen, um in sauberere Fahrzeuge zu investieren, und für 15 Prozent steht schlicht ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel.
Eine direkte Entwarnung konnte Gastredner EU-Verkehrskommissar Siim Kallas nicht geben. Er versprach, dass künftig mehr Gelder für Forschung und Entwicklung auf dem Transportsektor zur Verfügung stehen sollen, und betonte, hierbei solle das Thema Kraftstoff im Mittelpunkt stehen. Eine direkte Förderung der Flottenbetreiber stand aber nicht zur Diskussion. Die aber wird von immerhin 20 Prozent der Befragten für die Anschaffung effizienter Flotten gefordert.
Fünf Strategien. Neben den eher düsteren Prognosen zeigte die Studie jedoch auch auf, wie sich diejenigen Flottenmanager, die sich proaktiv mit den Herausforderungen beschäftigen, auf die scharfen CO2-Regularien einstellen wollen. Dabei kristallisierten sich fünf Strategien heraus: So beziehen 37 Prozent der Befragten den CO2-Ausstoß neu beschaffter Fahrzeuge in die Kostenkalkulation über deren gesamte Lebensdauer ein. Jeweils ein Drittel befasst sich mit der Optimierung der logistischen Strukturen und Prozesse oder will in die Kraftstoffeffizienz der Fahrzeuge investieren. Für 24 Prozent ist die genaue Überwachung des CO2-Ausstoßes wichtig, und 23 Prozent der Befragten wollen ein freiwilliges CO2-Ziel einführen. Die Studie kann im Internet abgerufen werden. DVZ 4.2.2012
www.fleet-fuel-efficiency.eu






