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Unfälle in der Schifffahrt

Brandursache der "Lisco Gloria" bleibt rätselhaft

Die ausgebrannte Fähre nach Abschluss der Löscharbeiten am 22. Oktober 2010. Die genaue Brandursache ließ sich nicht mehr ermitteln. (Bild: Lars K. Mikkelsen/dpa)

03.02.2012 | Ein von völlig zerstörtes Schiff, aber keine Schwerverletzten: Die Fähre "Lisco Gloria" brannte 2010 auf der Ostsee aus. Die genaue Ursache bleibt ungeklärt, heißt es nun im Unfallbericht. Die Ermittler deckten aber einzelne Schwachpunkte auf.

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Der dramatische Brand auf der Ostseefähre "Lisco Gloria" im Herbst 2010 wurde durch einen technischen Defekt verursacht. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen (BSU) und der entsprechenden litauischen Behörde. Doch wie und wo es genau zu dem Fehler kam, lässt sich nicht mehr klären.

Bei dem Feuer waren alle 235 Menschen an Bord gerettet worden, 28 von ihnen erlitten Verletzungen. "Das Ergebnis war am Ende sehr positiv", sagte der Direktor der BSU, Jörg Kaufmann, am Freitag. Aber die Ermittlungen hätten auch einige Stolpersteine beim Einsatz aufgedeckt.

Am 8. Oktober 2010 war die "Lisco Gloria" auf der Fahrt von Kiel nach Klaipeda, als kurz vor Mitternacht nördlich von Fehmarn ein Matrose beim Kontrollgang auf dem Oberdeck Brandgeruch bemerkte. Auf einem Lastwagen mit gekühlten Geflügelhälsen, der an das bordeigene Stromnetz angeschlossen war, war Feuer ausgebrochen.

Löscharbeiten dauerten zwei Wochen

Dramatische Minuten folgten: Alarm ging auf der Brücke ein, der Kapitän eilte innerhalb von Sekunden herbei. Wenige Minuten später bemerkten die ersten Passagiere das Feuer, Elf Minuten nach Brandausbruch ordnete der Kapitän die Evakuierung an. Um 1.15 Uhr waren alle Passagiere von Bord - bis auf einen 16-jährigen Jungen. Marineflieger zertrümmerten ein Fenster und retteten ihn. Um 1.30 Uhr schließlich war auch die Besatzung in Sicherheit. Das Schiff brannte weiter, erst nach etwa zwei Wochen wurden die letzten Glutnester gelöscht.

Ob für das Feuer etwa ein Defekt im bordeigenen Stromnetz, in einem Kabel oder in der Kühlanlage des Lasters verantwortlich sei, bleibe unklar, sagte Kaufmann. Zu den Schwachpunkten, die die deutschen und litauischen Ermittler entdeckten, gehörte unter anderem das Versagen einer Sprühflutunganlage. "Ihr Funktionieren hätte nicht zwingend das Feuer gelöscht, aber zumindest einen Zeitgewinn gebracht", sagte Kaufmann. "Vielleicht hätte sich das Feuer auch am Entstehungsort eindämmen lassen."

Kritik äußerten die Ermittler auch an der Koordination der Einsatzkräfte. Es fehlte zum Beispiel im Havariekommando ein Flugkoordinator für die Rettungsflieger. Außerdem seien wegen personeller Grenzen Informationen verzögert an die Rettungsleitstelle Ostholstein weitergegeben worden, heißt es.  Umweltschäden habe es nur geringfügige gegeben.

Fähre wird abgewrackt

Nach dem Brand verkaufte die Reederei DFDS das Schiffswrack an ein litauisches Unternehmen. Nun soll es endgültig verschrottet und der Schiffsrumpf bis Mai soll in seine Einzelteile zerlegt werden. Ziel ist es, aus 15.000 Tonnen schweren Wrack mehr als 8000 Tonnen Metall zu erlösen und zu verkaufen. (dpa)

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