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Maurizio Longo, Generalsekretär des initiierenden Transportverbandes Transportounito, erklärte am Mittwoch, dass es keine Blockaden mehr gebe. Dennoch kommt es zu Versorgungsengpässen, denn 80 Prozent der Mitglieder von Transportounito haben ihre Lkw einfach abgestellt. So musste der Autohersteller Fiat wegen Problemen bei der Lieferung von Rohstoffen die Produktion in seinen Werken kurzfristig einstellen, berichten italienische Medien. 4200 Fahrzeuge können nicht vom Band laufen.
Der Landwirtschaftsverband Coldiretti bezifferte die Schäden bei verderblichen Lebensmitteln auf rund 50 Mio. EUR pro Tag. In einigen Regionen des Landes sei zudem die Treibstoffversorgung schwierig, berichtet der Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT). Hauptgeschäftsführer Sebastian Lechner rät daher angesichts „der unübersichtlichen Situation und der unklaren Treibstoffversorgung noch dazu, mit Fahrten gen Italien abzuwarten.
In dem Verband Trasportounito sind vor allem selbstfahrende Unternehmer organisiert. Sie protestieren vor allem gegen die von der neuen Regierung angestrebte Öffnung der Märkte sowie steigende Maut- und Treibstoffkosten.
Inzwischen laufen offenbar intensive Gespräche zwischen der italienischen Regierung und Trasportounito, Das bestätigte eine Sprecherin des italienischen Speditionsverbands Fedespedi gegenüber der DVZ. Doch schon am Freitag drohen neue Behinderungen durch einen Generalstreik.
Von den jüngsten Aktionen betroffen sind mehrere hundert deutsche Lkw-Fahrer, berichtet der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Dabei sei es auch zu gewalttätigen Übergriffen auf deutsche Fahrer gekommen, die versuchten, ihre Fahrt fortzusetzen. Zudem seien in mehreren Fällen deutsche Fahrer aufgefordert worden, die Kühlaggregate ihrer Fahrzeuge abzustellen. Daher hatte der BGL die Staatssekretäre Dr. Emily Haber (Auswärtiges Amt) und Rainer Bomba (Verkehr) aufgefordert, „Schritte zu ergreifen, um die körperliche Unversehrtheit der Fahrer zu gewährleisten und Fahrzeuge samt Ladung vor Übergriffen zu schützen.
Am Dienstag hatte sich auch die EU-Kommission eingeschaltet. Die italienische Innenministerin Anna Maria Cancellieri versicherte Kommissions-Vizepräsident Antonio Tajani, die italienische Regierung werde alles tun, um die Straßenblockaden so schnell wie möglich zu beenden. Die EU-Länder sind verpflichtet, im Falle von Straßenblockaden Maßnahmen zu ergreifen, um den freien Warenverkehr sicherzustellen. (DVZ 26.1.2012)






