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Umwelt und Konjunktur

Umwelttechnologien werden Jobmotor

07.05.2009 | Umwelttechnik entwickelt sich ungeachtet der Wirtschaftskrise in Deutschland und weltweit immer mehr zum Motor für Wachstum und Beschäftigung. Umweltminister Sigmar Gabriel forderte, ein „Industriekabinett“ einzurichten, dass den effizienten Einsatz von Rohstoffen auch im Export im Blick habe.

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Nach acht Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2007 sei ein Anstieg auf 14 Prozent bis 2020 realistisch, sagten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Unternehmensberater Burkhard Schwenker von der Beratergesellschaft Roland Berger Strategy Consultants am Donnerstag. Bei schon 1,8 Millionen Jobs - verteilt über viele Branchen - erwarteten die Unternehmen im laufenden Jahr einen Mitarbeiterzuwachs von 19 Prozent, sagte Gabriel bei der Vorstellung des neuen vom Ministerium in Auftrag gegebenen Umwelttechnologie-Atlas.

„Umwelttechnik ist die Leitindustrie des 21. Jahrhunderts“, sagte Schwenker. „Auf der Branche ruhen viele Hoffnungen, wie etwa durch sie die Stagnation anderer Wirtschaftszweige abzufedern, der Klima- und Rohstoffkrise zu begegnen und die Belastung der Umwelt durch die anwachsende Weltbevölkerung zu mildern.“ Der globale Umsatz der Umweltindustrien werde sich bis 2020 auf 3,1 Billionen Euro mehr als verdoppeln. Dabei habe Deutschland gute Chancen, die Führung in dieser Leitindustrie zu behalten. Das werde allerdings im internationalen Wettbewerb immer schwieriger.

Gabriel sagte: „Klimaschutz, Energie- und Rohstoffeffizienz sind Impulse und Chancen in der Krise.“ Dabei gehe es gerade um Innovationen in den deutschen Kernbranchen wie der Elektro- und Maschinenbauindustrie oder der Energie- und Wasserwirtschaft.

Moderne Fördermöglichkeiten notwendig

Um diese Branchen auf einen schärferen internationalen Wettbewerb einzustellen, forderte der Minister, die nächste Bundesregierung sollte ein „Industriekabinett“ einrichten. Es müsse für eine moderne Exportpolitik die Rahmenbedingungen laufend anpassen und dürfe sich nicht nur auf verstaubte Exportpolitik wie die Vergabe von Hermes-Bürgschaften konzentrieren. Zum möglichen Jobzuwachs um 19 Prozent sagte er: „Ich glaube kaum, dass Vergleichbares aus anderen Branchen unserer Wirtschaft zu vermelden ist.“

Einer Berger-Studie zufolge übertreffen die Wachstumschancen auf den Weltmärkten alle bisherigen Vorhersagen. Deutschland werde als Marktführer in vielen Branchen besonders von der „weltweiten grünen Konjunkturerholung“ der Wirtschaft profitieren. Mit Weltmarktanteilen zwischen sechs und 30 Prozent gehörten die deutschen Hersteller zu den technologischen Vorreitern. Für den Umwelttechnologie-Atlas wurden 1300 Unternehmen und etwa 200 Forschungseinrichtungen befragt. (dpa)

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