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Umweltschützer haben die aus ihrer Sicht zögerliche Einführung von Umweltzonen mit Fahrbeschränkungen für besondere abgasintensive Fahrzeuge in Sachsen-Anhalt kritisiert. Die Landesregierung und die Städte stünden in der Pflicht, die Gesundheit der Menschen und das Klima zu schützen, teilten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am Mittwoch in Magdeburg gemeinsam mit. In Sachsen-Anhalt sei das Feinstaubproblem in diesem Jahr besonders auffällig. In Aschersleben etwa sei die zulässige Jahreshöchstgrenze von 35 Überschreitungen des Tagesmittelwerts schon erreicht. In Magdeburg, Halle, Halberstadt und Wittenberg stehe dies kurz bevor.
Feinstaub und auch Stickstoffdioxid können die Menschen gesundheitlich schädigen und etwa zu Herzkrankheiten führen. Zudem sollen die feinen Partikel zur Erwärmung des Erdklimas beitragen. Deshalb drohen bei Verstößen gegen die EU-Grenzwerte harte finanzielle Strafen. Rußpartikelfilter sind in der Lage, nahezu alle schädlichen Partikel aufzufangen. Ein stärkeres Augenmerk muss aus Sicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz auf Baumaschinen, Lokomotiven und Schiffe gerichtet werden, die zumeist noch für "dicke Luft" sorgten.
Der Landesgeschäftsführer des Umweltverbandes BUND Sachsen-Anhalt, Oliver Wendenkampf, sagte: "Umweltzonen allein werden nichts bringen. Wir brauchen ambitionierte Vermeidungsstrategien." Dazu gehöre mehr Vorrang für Radfahrer und Fußgänger sowie ein verbesserter öffentlicher Personennahverkehr.
Halle und Magdeburg sollen Vorreiter sein
Erst Anfang Mai hatte Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) die Umweltzonen nach einem Gespräch mit den Stadtoberhäuptern von Halle und Magdeburg als unumgänglich bezeichnet. Halle will eine Umweltzone möglichst vermeiden, in Magdeburg wird sie wahrscheinlich Ende dieses Jahres oder zu Beginn 2011 kommen. Die genaue Ausgestaltung samt möglicher Ausnahmen etwa für Transportfahrzeuge ist noch nicht sicher. (dpa)






