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Auf einer weißen Schleife steht "Wir vermissen dich". Daneben ein Grablicht, Schneeflocken sind auf die roten Rosen gefallen. Rings um den schwarzglänzenden Stein gibt es Blumen, Kerzen und letzte Grüße. Es ist ein Ort des Trauerns und des Erinnerns. Am Bahnhof von Hordorf (Sachsen-Anhalt) erinnert seit Freitag ein Gedenkstein an die zehn Todesopfer eines Unfalls, der vor gut einem Jahr die Menschen in ganz Deutschland fassungslos machte. Bei dem Unglück am 29. Januar 2011 starben zehn Menschen, 23 wurden teilweise schwer verletzt. Auf eingleisiger Strecke waren ein Regionalzug und ein Güterzug zusammengestoßen. Der Lokführer des Güterzugs soll mehrere Haltesignale übersehen haben.
Zur Enthüllung des Steins waren viele Gäste nach Hordorf gekommen, unter ihnen auch Verkehrsminister Thomas Webel und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU). Familienangehörige, Anwohner, Kirchenvertreter und Politiker legten mehrere Kränze nieder. Ein Chor sang und eine Frau, die bei dem Unglück ihre Großeltern verloren hatte, sprach zu den Anwesenden.
Die Idee zu dem Stein, auf dem eine Inschrift von Erinnerung, Hoffnung und Liebe erzählt, sei von den Angehörigen der Toten gekommen. "Die Wunden der Betroffenen sind noch lange nicht geheilt", sagte Jörg Puchmüller, Sprecher bei der Halberstädter Veolia GmbH, zu dem das Bahnunternehmen Harz-Elbe-Express (HEX) gehört. Einer der beteiligten Züge war ein solcher HEX. Er war in der Unglücksnacht von Magdeburg aus in Richtung Harz unterwegs.
Posthume Ehrung
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verlieh am Freitag dem Lokführer des HEX-Zuges posthum die Rettungsmedaille des Landes. Er habe durch sein verantwortungsbewusstes und mutiges Handeln viele Menschen vor dem sicheren Tod bewahrt, hieß es zur Begründung in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Der Lokführer hatte versucht, durch eine Vollbremsung den Zusammenstoß mit dem herannahenden Güterzug noch zu verhindern. Am Sonntag soll es im Halberstädter Dom einen Gedenkgottesdienst geben, zu dem auch Ministerpräsident Haseloff und Innenminister Stahlknecht erwartet werden. (dpa)






