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"Ohne Ziel sollte man nicht loslaufen", lautete die Botschaft von Vivian Pein, Social-Media-Managerin von Hermes. Als Verantwortliche für Medienkommunikation des Paketdienstleisters stellt sich für Pein nicht mehr die Frage, ob soziale Netzwerke eine Rolle für ihr Unternehmen spielen, sondern wie eine geeignete Strategie in der Umsetzung aussehen könnte. Facebook, Twitter und Co. als reine Werbeplattformen zu betrachten sei für sie kein Ansatz. Vielmehr kann ein Unternehmen, das von Kunden oft als "Black Box" wahrgenommen wird, via Social Media die Menschen hinter den Logistikdienstleistungen näherbringen.
Chancen, aber auch Risiken. Gute Erfahrungen hat die Frachtenbörse TimoCom gemacht. Die Mitarbeiter des IT-Dienstleisters sollen Authentizität schaffen und einer Verwässerung des Images entgegenwirken: Witzig, locker und cool treten sie bei Facebook auf – die Resonanz ist sehr positiv. Christof Thesinga, Marketing Manager bei TimoCom, nutzt diesen Kommunikationskanal zur Pflege von bestehenden Kunden und weniger zur Gewinnung von Neukunden.
Die Deutsche Post geht einen anderen Weg: Social Media (SoM) sind für sie eine Plattform zur Nachwuchsgewinnung. Das Wichtigste sei für die Post aber eine gute Karriere-Website, und dann erst komme Facebook, sagte Alexander Schneider, Vice President Berufsausbildung & HR Marketing Deutschland.
Klare Erkenntnis
Lufthansa Cargo bekam hingegen die neuen Risiken sozialer Netzwerke spüren, ohne dass das Unternehmen direkt beteiligt war. Die Tierrechtsorganisation Peta startete eine Facebook-Kampagne gegen Transporte von Hunden und Katzen zu Versuchszwecken. Reaktionen der Passagekunden des Konzerns übertrugen sich auf das Cargogeschäft. Nils Haupt, der Leiter der Unternehmenskommunikation von Lufthansa Cargo, zieht daraus eine Erkenntnis: Die Cargo- und die Passagesparte von Lufthansa können in sozialen Netzwerken nicht isoliert auftreten und agieren. Dies merkt Haupt auch beim Thema Nachtflugverbot. Die aktuelle Diskussion entwickele sich auf Facebook & Co. momentan erfreulicherweise relativ positiv.
Eine Studie zum Thema Social Media bei Logistikunternehmen veröffentlichte die Hochschule Bremerhaven unter Mitarbeit des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik. Heike Simmet, Professorin für Betriebswirtschaftslehre, sieht großes Potenzial im Transportgewerbe. 41,8 Prozent von 318 befragten Unternehmen schätzen die Bedeutung der neuen Kommunikationsform als wichtig ein, nur 1,9 Prozent als völlig unwichtig. "Wie wollen Sie denn die neuen Fahrer erreichen, wenn nicht über die Medien, wo diese sich austauschen", kommentiert Simmet die Diskussion über den prognostizierten Personalmangel der Spediteure. Weiterhin sieht sie Social Media bereits als einen weltweiten Standard für Kommunikation. Auch für B2B gibt es Anwendungsmöglichkeiten.
Zur Rechtssicherheit gab der Anwalt für Urheber- und Medienrecht Dr. Ralph Oliver Graeff Hinweise. Er riet von Leichtsinnigkeit ab und empfahl stattdessen einen besonnenen Umgang. DVZ 22.11.2011
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