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Eine Lehre nach dem tagelangen Flugverbot wegen isländischer Vulkanasche sei auch, endlich einen gemeinsamen europäischen Luftraum (Single European
Sky/SES) einzurichten, sagte Posch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. "Wir haben in der Luft engmaschigere Grenzen als auf dem Boden. Es gibt nur einen Himmel über Europa. Diesen gilt es optimal zu nutzen." Zu viele Behörden und Flugsicherungen seien ohne ausreichende Koordination beteiligt gewesen. Entschädigungen oder Hilfen für Branchen, die durch das Flugverbot Verluste erlitten haben, lehnte Posch ab.
Die umstrittene Sperrung des Luftraums stellte der Minister nachträglich nicht infrage: "Ich kritisiere das nicht. Aufgrund der Ereignisse stand Sicherheit an oberster Stelle." Künftig sei eine klare Einteilung des Luftraums nötig in freie Zonen, Verbotszonen und Zonen mit einer niedrigen Konzentration von Vulkanasche. Dort sollte trotzdem im Instrumentenflug geflogen werden können.
"Das Netz von Messstellen für Fälle wie diesen muss dichter geknüpft werden, vor allem in den An- und Abflugbereichen um die Flughäfen", sagte Posch. Fluggesellschaften sollten künftig Triebwerksschäden oder besondere Vorkommnisse auf ihren Flügen wegen Vulkanasche an das Luftfahrtbundesamt melden müssen.
Hessen könnte Vorreiterrolle übernehmen
Frankfurt sei der größte deutsche Flughafen und einer der wichtigsten in Europa. Außerdem hätten beteiligte Behörden wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Hessen ihren Sitz. Posch bot deshalb an, dass Hessen gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Diskussion über eine Europaregelung koordinieren könne. Den Weg zu einer europaweiten Regelung führt laut Posch über ein gemeinsames Vorgehen Deutschlands mit Frankreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern, die bereits in dieser Frage zusammenarbeiten.
Um den Flugverkehr nach der Sperrung zu normalisieren, hatte das hessische Verkehrsministerium als Luftaufsichtsbehörde zusätzliche Nachtflüge genehmigt. "Das ist nur in Einzelfällen in Anspruch genommen worden." Insgesamt wurden in den sechs Nächten nach Aufhebung der Luftraumsperrung 24 Landungen und fünf Starts genehmigt. Die Luftraumsperrung wegen der Aschewolke zeige, dass nicht nur der Passagierverkehr anfällig sei. Ganze Lieferketten seien unterbrochen worden. Trotzdem sah der Minister keinen Anlass, über Entschädigungen zu debattieren. "Nicht jede Form der höheren Gewalt ist gleich ein Fall für Verlustausgleich." (dpa)






