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Verkehrsprojekte in Bayern

Nürnberg geht den Frankenschnellweg an

Vom Schnellweg zum Schleichweg: Die A 73 soll ausgebaut werden. (Bild: dpa)

11.07.2010 | "Frankenschleichweg" nennen die Nürnberger ihre wichtigste Verkehrsader - den Frankenschnellweg. Damit es künftig keine Dauerstaus auf der Strecke mehr gibt, hegt die Stadt ehrgeizige Ausbaupläne.

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Vom Frankenschnellweg sprechen staugeplagte Autofahrer in und um Nürnberg eigentlich nicht, sondern vom "Frankenschleichweg". Vor allem im Berufsverkehr ist die wohl wichtigste Verkehrsader im Raum Nürnberg nur im Schritttempo zu meistern. Viele Autofahrer weichen auf kleinere Straßen aus - und verstopfen dann die Innenstadt. "Das ist das größte Verkehrsproblem, das wir in Nürnberg haben", sagt Bürgermeister Horst Förther (SPD).

Abhilfe soll nun der Ausbau der Strecke schaffen. Keine Kreuzungen soll es mehr geben, ein Tunnel soll für fließenden Verkehr sorgen und die lärm- und abgasgeplagten Anwohner entlasten. Die Pläne liegen bei der Regierung von Mittelfranken, die nun mit dem Planfeststellungsverfahren beginnen kann. Ein Jahr werde dieses Verfahren mindestens dauern, sagt Förther. Die Pläne müssen öffentlich ausliegen, Einwände können formuliert werden, umfangreiche Erörterungstermine müssen terminiert werden.

Da es sich lediglich um einen Ausbau und um keinen Neubau handelt, halten sich die Proteste in Grenzen. Doch der Bund Naturschutz (BN) hat trotzdem seinen Widerstand gegen das Projekt angekündigt. Die Baukosten werden derzeit auf knapp 400 Mio. Euro geschätzt - zu viel, findet Günther Raß, Chef der BN-Kreisgruppe Nürnberg: "Diese Preisexplosion ärgert uns gewaltig." Die Millionenausgaben für das Verkehrsprojekt seien nicht hinnehmbar.

Naturschützer fürchten Verlagerung des Schwerverkehrs

Zudem werde durch den Ausbau der Strecke keine Verkehrsentlastung erzielt, sondern nur noch mehr Verkehr angelockt, fürchten die Naturschützer. "Das wird zusätzlichen Schwerlast- und Fernverkehr anziehen", sagt Raß. Die Stadt dagegen verspricht sich durch das Mammutprojekt weniger Lärm und Abgase für die Anwohner in der Nähe der Strecke. Durch den Tunnel und Lärmschutzwände werde sich die Lebensqualität vieler Nürnberger verbessern.

Als "Preisexplosion" prangert Raß die Kostenschätzungen an, die in den vergangenen Monaten kursierten und das Projekt immer teurer erscheinen ließen. Erst war von 260 Mio. Euro die Rede, später von 297 Mio. Euro, jetzt rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von rund 390 Mio. Euro. Man habe anfangs die Kosten nur schätzen können, sagt Förther. Nun seien die Planungen immer konkreter, man könne mittlerweile gut abschätzen, wie viel Material beispielsweise gebraucht werde. Preissteigerungen wie etwa bei Stahl seien eingerechnet worden.

Gegner des riesigen Bauvorhabens haben ihren Unmut auch darüber geäußert, dass bislang noch nicht bekannt ist, wie viel Zuschüsse von Bayern zu erwarten sind. "Es wird ein ordentlicher Batzen bei der Stadt hängenbleiben", glaubt Raß. Bürgermeister Förther dagegen verweist darauf, dass es wegen der Finanzierungsfrage bereits Kontakte zwischen Freistaat und Kommune gebe. Erst wenn die Sondierung hier abgeschlossen sei, "wird es politische Gespräche zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Oberbürgermeister geben".

Baubeginn nicht vor 2012

Dass die Stadt wegen leerer Kassen und des Rückgangs der Steuereinnahmen die für den Frankenschnellweg vorgesehenen Investitionen erst später tätigen will, ist laut Förther nicht problematisch: "Vor 2012 dürfte es mit dem Bau konkret nicht losgehen." Und erst im Jahr 2019 könnten dann nach seiner Einschätzung die Autos über den erweiterten Frankenschnellweg fahren
- möglichst ohne Stau. (dpa)

 Projekt-Informationen der Stadt Nürnberg

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