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Zum ersten Mal plant eine Stadt in Rheinland- Pfalz eine Umweltzone: In Mainz könnten ab Herbst 2011 nur noch Autos mit Umweltplakette unterwegs sein. Fahrzeuge mit roten Plaketten sollen aus Teilen des Stadtgebiets verbannt werden. "Das ist ein Schritt nach vorn für die Menschen, die in der Innenstadt wohnen", sagt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Die Luft soll so etwas sauberer, das Leben der Menschen angenehmer werden. Mit der Idee einer Umweltzone wäre Mainz Vorreiter im Land: Koblenz, Trier und Ludwigshafen planen ein solche Zone nicht. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.
"Die Umweltzone wird nicht primär wegen des Feinstaubs diskutiert, sondern weil die Stickoxidwerte so hoch sind", sagte Peterhanwahr. Im vergangenen Jahr schlugen Messgeräte der Stadt gleich mehrmals Alarm. An einem Messpunkt war mehr Feinstaub in der Luft als erlaubt. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxide wurden sogar an drei von sechs Stellen überschritten. In der Parcusstraße, einer der Hauptverkehrsstraßen, war die Belastung im Jahresschnitt um die Hälfte höher als zugelassen.
Feinstaub und Stickoxide gelten als gesundheitsgefährdend. Winzige Feinstaubpartikel gelangen ungehindert in die Lunge. Dort können sie Entzündungen, Asthma und sogar Krebs auslösen. Auch Stickoxide können Lungen und Atemwege schädigen. Laut Stadtverwaltung sind die Feinstaubwerte in den vergangenen zehn Jahren gesunken. Die Stickoxidwerte blieben hingegen hoch. "Es wird schwer, diese Werte runterzupegeln", sagt Peterhanwahr. "Eine Stadt selbst kann nur noch sperren, unterbinden, verbieten."
Alternativen waren nicht erfolgreich
Viele Ansätze - etwa Fahrgemeinschaften, neue Busse und ein Fahrverbot für Lkw - hätten nicht ausgereicht, um die Belastung zu senken. Zudem ziehe verpestete Luft aus der Stadt schlecht ab. "Das hängt wie eine Glocke über der Stadt und da geht kein Lüftchen." Jetzt will Mainz auf die Umweltzone setzen.
Derzeit prüfen Verkehrsplaner, wo die Plakettenpflicht gelten soll. Diskutiert wird über die Stadtteile Altstadt, Neustadt, Oberstadt oder auch Hartenberg-Münchfeld. Die Ergebnisse des rund 10.000 Euro teuren Gutachtens werden Ende des Jahres erwartet. Setzt sich die Idee durch, bräuchten alle Fahrzeuge eine kostenpflichtige Umweltplakette. Je nach Schadstoffausstoß bekommen sie grüne, gelbe oder rote Abzeichen. Mit Rot dürften Autos auf bestimmten Straßen nicht mehr fahren.
Bundesweit gibt es in mehr als 40 Städten eine Umweltzone. Wer dort ohne Plakette in einer Verbotszone unterwegs ist, muss meist Bußgeld zahlen. Zudem können die Kommunen selbst entscheiden, ob sie auch Wagen mit gelber Plakette verbieten. Das öffnet den Städten Spielraum, auf die jeweilige Schadstoffbelastung zu reagieren. (dpa)






