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Schlussfolgerungen aus Studie des Umweltbundesamtes werden abgelehnt

Länder wehren sich gegen UBA-Vorschläge

Weiter wie bisher: Das wünschen sich die Länder, in denen große Projekte anstehen - so wie hier in Stuttgart. (Bild: DB)

Von Timon Heinrici, Berlin

19.08.2010 | Auf ablehnende Reaktionen sind bei den Ländern die Vorschläge aus der Studie "Schienennetz 2025/2030" gestoßen, die das Umweltbundesamt (UBA) am vergangenen Donnerstag vorgelegt hat. Landspolitiker wollen parteiübergreifend an bereits genehmigten oder begonnenen Projekten festhalten.

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"Projekte, die den Schienengüterverkehr nicht maßgeblich voranbringen, sind zurückzustellen beziehungsweise auf seine Belange hin umzuplanen", heißt es in der von der Berliner Verkehrsberatung KCW erstellten Untersuchung. Insbesondere die Projekte der Hochleistungsstrecken Nürnberg – Erfurt – Halle/Leipzig, Wendlingen – Ulm und die Y-Trasse Hannover – Hamburg/Bremen bringen nach Auffassung der Gutachter im Vergleich zu den erforderlichen Investitionen zu wenig Nutzen für den Güterverkehr.

Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) hält dem entgegen, die von der EU auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüfte und mit Efre-Mitteln geförderte ICE-Strecke sei Bestandteil des Transeuropäischen Netzes des schnellen Schienenverkehrs und solle Skandinavien mit Italien verbinden. "Im Abschnitt Erfurt – Leipzig sind alle Brücken und Tunnel im Bau, im Abschnitt Erfurt –  Ebensfeld sind 21 von 22 Tunneln und alle 29 Brücken bereits fertiggestellt, im Bau oder der Bauauftrag ist vergeben", argumentiert der Minister. Die Hälfte der Mittel (10 Mrd. Euro) sei bereits verbaut. Durch einen Baustopp verur-
sachte Bauruinen seien nicht sinnvoll.

Auch Niedersachsen will an dem geplanten Neu- und Ausbau der Schienenwege zwischen Hannover, Hamburg und Bremen durch die Y-Trasse festhalten. "Selbst wenn die vorhandene Infrastruktur in den nächsten zehn Jahren ausgebaut wird, brauchen wir langfristig neue Kapazitäten, und dazu gehört die Y-Trasse", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Freitag in Hannover.

Umstrittenstens Projekt: "Stuttgart 21"

Ähnlich äußert sich das baden-württembergische Umweltministerium, das auch das Verkehrsressort betreut. Das Projekt Stuttgart 21, zu dem die Neubaustrecke Wendlingen – Ulm gehört, sei durch den Deutschen Bundestag legitimiert und dürfe nicht durch eine Studie des Umweltbundesamtes infrage gestellt werden.

Am Niederrhein stoßen die Vorschläge der Gutachter, die Zuführung zur Betuwe-Line Rotterdam – Emmerich linksrheinisch zu führen, auf Widerstand. Dies würde die Realisierung des Projekts um acht bis zehn Jahre verzögern. DVZ 19.8.2010

In der aktuellen DVZ vom 19. August 2010 finden Sie hierzu auch das Stichwort "Umweltbundesamt" auf Seite 1 und den Kommentar "Vieles richtig - aber zu spät" von Timon Heinrici, Fachredakteur für Eisenbahnen, auf Seite 2

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