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Fluglinien fürchten teure Nachwirkungen der Aschewolke

Internationale Standards über EU hinaus angestrebt

Hat sich die Aschewolke wirklich über Europa ausgebreitet und stellte sie eine Gefahr für den Luftverkehr dar? Inzwischen gibt es Zweifel daran. (Foto: dpa)

28.05.2010 | Nach dem Zusammenbruch des internationalen Luftverkehrs wegen der Vulkanausbruchs auf Island soll es gemeinsame Sicherheitsstandards auch über die EU hinaus geben. Das kündigte Andreas Scheuer, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, am Donnerstag beim Weltverkehrsforum in Leipzig vor Journalisten an. Die deutschen Fluglinien rechnen mit erheblichen finanziellen Nachwirkungen durch die Aschewolke.

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Das Vorhaben solle bis September innerhalb der internationalen Luftfahrtorganisation ICAO auf den Weg gebracht werden. „Bis vor ein paar Wochen waren wir kein Vulkankontinent“, sagte Scheuer. Man müsse auch von anderen Ländern wie Mexiko oder asiatischen Staaten lernen. Die EU-Verkehrsminister hatten sich im Mai bei einem Sondertreffen in Brüssel auf einheitliche Grenzwerte für Vulkanasche im Luftverkehr geeinigt.

Unterdessen rechnen die deutschen Fluggesellschaften trotz der vorläufigen Beruhigung des Vulkans in Island noch nicht mit einem Ende der millionenschweren Belastungen. „Es kommt noch viel mehr auf uns zu“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften (BDF), Ralf Teckentrup, am Mittwochabend in Frankfurt. Nach dem Flugverbot im April könnten die Deutsche Flugsicherung (DFS) und die Flughäfen ihre entgangenen Einnahmen in den kommenden Jahren zumindest teilweise über höhere Gebühren von den Fluggesellschaften zurückholen. Von der Politik erwarten die Airlines Schadenersatz für die erlittenen Belastungen.


180 Mio. EUR Schaden für deutsche Carrier

Den deutschen Fluglinien hat die Sperrung des europäischen Luftraums laut BDF einen Schaden von 180 Mio. EUR eingebrockt. Darin sind die Auslandstöchter noch nicht eingerechnet. Teckentrup, im Hauptberuf Chef der Thomas-Cook-Fluglinie Condor, rechnet nun damit, dass alleine die DFS in den kommenden Jahren den erlittenen Einnahmeausfall von 30 bis 40 Mio. EUR auf die Fluglinien umlegt. „Die Flugsicherung arbeitet nach dem Kostendeckungsprinzip“, sagte der Manager. Sie könne sich ihre Kosten stets von den Fluglinien zurückholen.

Auch Flughäfen könnten sich von den Behörden höhere Start- und Landegebühren genehmigen lassen, wenn sie ihre Kosten für den Flugbetrieb sonst nicht decken könnten, sagte der BDF-Chef.


Fluglinien erwarten Schadenersatz von der Politik

Deshalb erwartet Teckentrup Unterstützung von der Politik. Unter anderem will der Verbandspräsident einen Ausgleich für die erlittenen Schäden. „Wir glauben, wir haben ein Recht auf Schadenersatz.“ Dazu gebe es bis jetzt „das eine oder andere Gespräch, aber nichts Offizielles“.

Auch die Internationale Luftfahrtorganisation IATA übte harsche Kritik am Vorgehen der Regierungen wegen der „unkoordinierten und exzessiven Flugstreichungen“. Teckentrup komme es nun darauf an, das Krisenmanagement für künftige Vulkanausbrüche zu verbessern, sagte er. Inzwischen gehe man davon aus, dass die Aschewolke, die den Flugbetrieb in Europa fast eine Woche lang größtenteils lahmgelegt hatte, „gar nicht da war“. (dpa/sm)

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