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"Die Planungskapazitäten der öffentlichen Hand reichen nicht mehr aus", sagte der heutige Leiter des Kompetenzzentrums Logistik Bremen am Freitag am Rande des Bremer Logistiktages in Bremerhaven. "Es wäre gut, die Planungen für den Aus- und Umbau des Verkehrswegenetzes verstärkt privatwirtschaftlich zu vergeben", forderte Hennerkes im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DPA. Ideal wäre ein Unternehmen nach dem Vorbild der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau-GmbH (Deges) in den neuen Ländern.
Mangelnde Planungskapazitäten sind laut Hennerkes vor allem durch den Sparzwang für die öffentliche Hand verursacht worden. Eine mögliche Lösung könne es sein, auch für die westlichen Bundesländer eine länderübergreifende Gesellschaft nach dem Vorbild der Deges zu schaffen. "Im Osten hat die Deges gezeigt, wie schnell und effizient Infrastrukturmaßnahmen geplant und umgesetzt werden können", sagte Hennerkes.
Privatwirtschaftliche Modelle wie derzeit beim Ausbau der Autobahn A 1 zwischen Bremen und Hamburg hält Hennerkes allerdings für optimierungsbedürftig. Das gelte mit Blick auf die häufigen Kilometer langen Staus insbesondere für die Bauausführungsplanung.
"A1 bleibt Bundesfernstraße"
Die A 1 wird von einem Firmen-Konsortium unter Führung des umstrittenen Baukonzerns Bilfinger Berger ausgebaut, das die Strecke künftig auch betreiben wird. Im Gegenzug bekommt das Konsortium die Mauteinnahmen aus dem rund 100 Kilometer langen Autobahnabschnitt. "Aber auch wenn sie privat betrieben wird, bleibt die A 1 eine Bundesfernstraße", sagte Hennerkes an die weitere Verantwortlichkeit der öffentlichen Hand.
Bei manchen Infrastrukturprojekten können Zeitverzögerungen nach Ansicht des ehemaligen Staatssekretärs dagegen durchaus akzeptiert werden. "Ob der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven 2011 oder 2012 in Betrieb geht, ist angesichts der aktuellen Wirtschaftslage nicht so erheblich", sagte Hennerkes. "Entscheidend ist nur, dass der Tiefwasserhafen überhaupt kommt."
Hennerkes geht dabei davon aus, dass der Jade-Weser-Port den beiden anderen großen Containerhäfen Bremerhaven und Hamburg keine große Konkurrenz machen wird. "Mit einer Kapazität von drei Millionen Containern ist Wilhelmshaven eher eine Ergänzung", ist Hennerkes überzeugt.
"Klagen auf hohem Niveau"
Auch der aktuelle Einbruch in der weltweiten Schifffahrt könne kein Anlass sein, an dem Projekt zu zweifeln: "Die Transportmengen steigen wieder an, auch wenn der Winkel nicht so steil ist wie beim Absturz." Zudem sei die Gesamtmenge als Folge der Weltwirtschaftskrise lediglich auf das Niveau von 2003 zurückgefallen. "Wir klagen auf hohem Niveau, denn damals haben wir die Mengen als Rekord gefeiert." (dpa)






