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Vier Tage vor dem nächsten Fluglärmgipfel, zu dem Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in der nächsten Woche nach Wiesbaden eingeladen hat, wollen lärmgeplagte Bürger aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet anreisen. Wegen der erwarteten großen Zahl solle im und vor dem Flughafengebäude demonstriert werden, sagte Ingrid Kopp, Sprecherin des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau. Die Polizei erwartet keine Zwischenfälle. Um 12 Uhr mittags wollen sich die Demonstranten in der Abflughalle von Terminal Eins treffen. Danach werde es eine Kundgebung auf dem Busbahnhof vor dem Terminal eine Etage tiefer geben, sagte eine Polizeisprecherin. Draußen sollen Lautsprecherwagen für die Redner aufgestellt werden, damit drinnen der Abfertigungsbetrieb nicht gestört wird. Vom Flughafenbetreiber Fraport gibt es keine Stellungnahme zu den Demonstrationen. Das Unternehmen muss die Proteste auf seinem Gelände dulden, denn vor einem Jahr hatte das Bundesverfassungsgericht das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausdrücklich auch für den Flughafen bestätigt.
Immer montags demonstrieren die Mitglieder der rund 60 im Bündnis zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen im Terminal. Die Zahl der Teilnehmer wächst, in dieser Woche waren es wieder mehrere tausend. Die Demonstranten fordern ein dauerhaftes striktes Nachtflugverbot, einige auch eine Stilllegung der neuen Bahn. Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten sind am Samstag Anti-Fluglärmdemonstrationen angekündigt. Nach den ersten Demonstrationen war das Bündnis aufgefordert worden, auf ohrenbetäubende Trillerpfeifen, Vuvuzelas, Sirenen und Drucklufthupen zu verzichten. Das Ordnungsamt und Fraport hatten sich Sorgen gemacht, dass Durchsagen im Terminal wegen des Lärms nicht mehr gehört werden könnten.
Auf dem für den 8. Februar geplanten Fluglärmgipfel der hessischen Landesregierung sollen Maßnahmen vorgestellt werden, um die Lärmbelastung zu reduzieren. Dabei geht es unter anderem um veränderte Anflugverfahren. Fraport, die Fluggesellschaften und die Deutsche Flugsicherung hatten den Auftrag bekommen, ein Maßnahmenpaket auszuarbeiten. In diesem Rahmen fordert das Umweltbundesamt, beim Ausbau von Flughäfen alle Möglichkeiten zur Lärmminderung auszuschöpfen. Die Bevölkerung reagiere in den vergangenen Jahrzehnten deutlich stärker auf die Lärmbelastung durch den Flugverkehr, sagte Behördenpräsident Jochen Flasbarth der Deutschen Presse-Agentur. Bei der Entscheidung für Standorte müsse die Maßgabe gelten, dass ein Flughafen aus Lärmschutzgründen nicht in unmittelbare Stadtnähe gehöre. Wenn der Standort einmal festgelegt sei, gebe es im direkten Umfeld kaum noch Spielräume zur Lärmbekämpfung. An stadtnahen Flughäfen wäre aus Sicht des Amts generell ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr notwendig, um die Bürger vor dem lästigen Fluglärm zu schützen. Der morgige Samstag wird den Lärmpegel in Frankfurt vermutlich nochmals auf die Spitze treiben. (dpa/reg)






