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Der gelernte Jurist und Pilot Patrick Kirsch soll als neuer Landesbeauftragter den Fluglärm verringern. Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) bezeichnete am Dienstag in Wiesbaden den seit Anfang des Monats amtierenden Beauftragten als "unabhängigen Anwalt" in Sachen Fluglärm. Der 42-Jährige sei nicht weisungsgebunden.
Der Beamte wird sich mit einem eigenen Büro am Flughafen um die Einhaltung der Flugrouten und um Lärmmessungen kümmern. Er nimmt auch Bürgerbeschwerden entgegen. Posch sprach von einem "weiteren Baustein" bei den Bemühungen der Landesregierung zur Reduzierung des Fluglärms.
Der Verkehrsminister räumte erneut "Kommunikationsdefizite" seit Eröffnung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen im vergangenen Oktober ein. Die Stelle des Fluglärmbeauftragten, die es seit 1979 gibt, war seit April vergangenen Jahres im Wirtschaftsministerium vakant. Der bisherige Beauftragte war aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gegangen.
Emotionale Diskussion
Zur Reduzierung des Fluglärms seien "viele kleine Schritte" notwendig, sagte Kirsch. Seine Aufgabe werde "nicht ganz einfach sein", meinte der Fluglärmbeauftragte, der für mehr Sachlichkeit warb. Die seit Wochen anhaltenden Bürgerproteste seit Eröffnung der Nordwest-Landebahn hätten die Diskussion stark emotionalisiert. So habe das Thema Nachtflugverbot mit der für Nachtflüge nicht vorgesehenen neuen Landebahn nichts zu tun.
Der im südhessischen Langen aufgewachsene Kirsch studierte Jura in Frankfurt und arbeitete von 2003 bis 2009 als Luftfahrtreferent im saarländischen Wirtschaftsministerium. Danach war Flugbetriebsprüfer beim Luftfahrt-Bundesamt in Langen. Der ausgebildete Verkehrspilot fliegt derzeit gelegentlich auch Einsätze im Auftrag des ADAC.
Die SPD-Opposition nannte die Benennung Kirschs mit Blick auf die im März anstehende Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt ein "missglücktes Wahlkampfmanöver". Der neue Fluglärmbeauftragte habe weder Kompetenzen noch ein eigenes Team, kritisierte der Abgeordnete Gernot Grumbach. Kirsch müsse die Sorgen der Bürger ernst nehmen, verlangten die Grünen. Der frühere Amtsinhaber sei "mehr Lobbyist der Luftverkehrswirtschaft als Ombudsmann der lärmgeplagten Flughafenanrainer" gewesen, sagte der Abgeordnete Frank Kaufmann. (lhe)







