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Nach langem Streit der Betreiber

Tiefwasserhafen geht im August 2012 in Betrieb

Von Oliver Pietschmann, Wilhelmshaven

28.05.2010 | Gezanke gibt es um den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven schon seit Jahren. Untersuchungsausschuss, Korruptionsverdacht oder Mehrkosten erhitzen immer wieder die Gemüter. Nach monatelangen Spekulationen steht jetzt zumindest der Termin für den Betriebsbeginn fest.

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Mehrere Wochen galt bei den Verantwortlichen für den Jade-Weser-Port eine Politik des Schweigens. Während Spekulationen über eine Verschiebung des Starttermins für den Tiefwasserhafen ins Kraut schossen, herrschte beim künftigen Betreiber Eurogate und der Realisierungsgesellschaft für das Prestigeprojekt Stillschweigen. Am Freitag wurden endlich die Fakten auf den Tisch gelegt: Ein dreiviertel Jahr später als bisher geplant soll der Tiefwasserhafen am 5. August 2012 seinen Betrieb aufnehmen.
Zumindest auf dem ersten 1000 Meter langen Abschnitt, teilen beide Verhandlungspartner mit.

"Bautechnisch liegen wir voll im Zeitplan, sind aber mit dem Start Mitte 2012 dem Betreiber entgegengekommen, weil wir die aktuelle wirtschaftliche Situation nicht ignorieren und sicher sein wollen, dass ab Inbetriebnahme auch der erforderliche Containerumschlag erfolgt", sagte der Geschäftsführer der Realisierungsgesellschaft, Axel Kluth.

Auf die Verzögerung hatten der Betreiber Eurogate und auch die dänische Großreederei Maersk gedrungen. Der Hintergrund sind nackte Wirtschaftsdaten. Die Umschlagszahlen an den Containerterminals der deutschen Häfen rutschten in der Wirtschaftskrise in den Keller. 2009 sank der Umschlag bei den Boxen in Hamburg um 20,5 und in Bremerhaven um 17,5 Prozent. Mit der Einigung auf die Verschiebung sei nun eine "einvernehmliche Lösung" und "Planungssicherheit" geschaffen worden.

Pacta sunt servanda

Die Zeche dürften nun wohl andere zahlen. Vor wenigen Tagen warnte Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel (SPD) vor Vertrauensverlust und der schlechteren Einnahmesituation der Stadt.
"Wenn es Verträge gibt, sind diese einzuhalten", mahnte er während der Spekulationen.

Auch der hafenpolitische Sprecher und designierte Landesvorsitzende der niedersächsischen SPD, Olaf Lies, sieht den Schwarzen Peter nun in Wilhelmshaven. "Welche Folgen die Verzögerung mit sich bringt, beispielsweise für mögliche Investoren in der Hafenperipherie, lässt sich noch nicht beziffern", sagte er zu der Entscheidung. "Die Verluste dürften erheblich sein."

Ob damit beim Reizobjekt Tiefwasserhafen, der vollends dann im August 2013 fertig sein soll, endlich Ruhe einkehrt, ist fraglich. Seit Jahren gibt es immer wieder neue Diskussionen um den Jade-Weser-Port, wenn auch das Bauprojekt grundlegend nicht in Frage gestellt wird.

Hinterlandanbindung fehlt

Für Lies ist die Lebensfähigkeit des Hafens immer noch offen. "Eine noch für viele Jahre mangelhafte Hinterlandanbindung des Hafens und die Unklarheit darüber, ob Eurogate Wilhelmshaven überhaupt einen entsprechenden Mindestumschlag zubilligt, machen eine Entwarnung zu diesem Zeitpunkt unmöglich", sagte der SPD-Politiker. (dpa)

 www.jadeweserport.de

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