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Kontraktlogistiker investiert in Transportkapazität

Reichhart trotzt Automotive-Krise

Reichhart transportiert für Automotive-Kunden
wie Stahlgruber. (Bild: Reichhart)

Von Sebastian Reimann, Hamburg

28.11.2009 | Die einstigen Könige der Kontraktlogistik, nämlich jene Dienstleister, die omplexe Logistikaufgaben für die Automotive-Branche erbringen, gehören derzeit zu den Krisenverlierern. Denn selbst die Abwrackprämie konnte nicht verhindern, dass die Verkaufszahlen und damit auch der Logistikbedarf deutlich gesunken sind. Doch es gibt auch Ausnahmen. Eine davon ist Reichhart Logistik.

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Das Unternehmen aus Gilching bei München macht die Hälfte seines Umsatzes in der Kontraktlogistik. Davon wiederum entfallen 60 Prozent auf den Automotive-Bereich. Reichhart ist somit ohne Frage eng mit der größten deutschen Industriebranche verbunden und hat die dortigen Einbrüche auch gespürt, wie Geschäftsführer Michael Jackl bestätigt. Von Krise ist bei Reichhart dennoch keine Spur.

Stabiler Umsatz

Ganz im Gegenteil: „In der ersten Jahreshälfte haben wir 23,2 Mio. Euro Umsatz gemacht. Damit haben wir exakt das Rekordniveau des Vorjahres erreicht“, freut sich Jackl. Und das, obwohl das Dienstleistungsportfolio „Automotive-lastig“ ausgerichtet sei. Angesichts dieser Erfolgszahlen hält der Manager auch an seiner Jahresplanung fest. „Wir sind optimistisch, das Niveau des Vorjahres mit 47,5 Mio. Euro Umsatz halten zu können“, sagt der Chef von 800 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich und Frankreich. Vielleicht gibt es sogar einen leichten Zuwachs.

Doch wie kommt es, dass es bei Reichhart so gut läuft? Jackl nennt mehrere Erfolgsfaktoren. Punkt eins: „Wir haben einen guten Produktmix –
auch abseits des Automotive-Geschäfts.“ Punkt zwei: „Wir haben noch stärker auf Leistungen gesetzt, mit denen wir die Prozesse beim Kunden optimieren und ihnen so helfen, Geld einzusparen.“ Damit habe Reichhart vor allem bereits bestehende Kunden überzeugen können, weiterhin und mitunter sogar stärker mit dem Unternehmen zusammenzuarbeiten. Denn: „Die Gefahr ist immer, dass die Auftraggeber in schwierigen Zeiten gewisse Dienstleistungen wieder in das eigene Haus holen.“ Die Folge bei Reichhart sei hingegen gewesen, dass der Kontraktlogistikbereich in der ersten Jahreshälfte sogar um sechs Prozent gewachsen sei, während der Bereich Transport-Logistik leichte Rückgänge verzeichnet habe. DVZ 21.11.2009

DVZ.de gibt hier Auszüge aus einem Printbeitrag wieder. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der DVZ vom 21. November 2009 auf Seite 4

Hintergrund - Automotive
Die Automobilhersteller und ihre Zulieferer sind Deutschlands wichtigste Industriebranche und auch für die Logistiker von großer Bedeutung. Um so mehr dürfte es die Logistiker schmerzen, dass das Kontraktlogistikumsatzvolumen in diesem Jahr den Forschern vom Fraunhofer ATL zufolge wohl von 12 auf 10 Mrd. Euro absackt.

Nachgefragt -Michael Jackl, Geschäftsführer Reichhart Logistik

 Herr Jackl, Reichhart ist bisher bemerkenswert gut durch das Jahr gekommen. Was machen Sie besser als andere?

Wir streben immer eine sehr enge Kundenbindung an und wollen strategische Partnerschaften eingehen. Das hat den Vorteil, dass wir in logistische Entscheidungsprozesse einbezogen werden und gegenüber dem Auftraggeber bei der Angebots- und Leistungsstruktur deutlich offener sein können. Und da wir dann integrierte Logistikleistungen anbieten, sind wir erstens nicht so einfach austauschbar, und zweitens können wir mit dem Kunden wachsen. Ein zweiter Punkt ist, dass wir sehr stark in unsere Mitarbeiter investieren und mittlerweile beispielsweise hoch qualifizierte Projektmanager haben. Und drittens haben wir uns eine eigene IT-Kompetenz aufgebaut und können unter anderem eigene Montage- und Sequenzsoftware anbieten.

Nennen Sie doch bitte noch einmal die Gründe für den Einstieg bei der Lobeko.

Wir haben dies insbesondere getan, um exzellente Qualität für unsere Kunden bieten zu können. Früher haben wir auf den Eigenfuhrpark ein vermindertes Augenmerk gelegt und vor allem auf Leistungspartner gesetzt. Da gab es teilweise Qualitätsprobleme, und wir hatten mitunter das Problem, dass die Dienstleister mittels Preisdumping unsere Kunden abgeworben haben. Vorrangig geht es uns jedoch darum, künftig komplexere Transportaufgaben bewältigen und kundenbezogene Netzwerke abbilden zu können. Und dabei ist die Wahl auf Lobeko gefallen, da deren Geschäftsführer Georg Berberich ein absoluter Spezialist bei der Auslastungsoptimierung und Tourenplanung ist.

Sehen Sie Anzeichen, dass die Krise im Automotive-Bereich überstanden ist?

Das ist schwer zu sagen. Fakt ist aber, dass es sicherlich noch Überkapazitäten im Markt gibt. Erfreulich für uns ist, dass im Ersatzteilgeschäft, wo wir auch recht stark aktiv sind, der Einbruch nicht so stark war wie befürchtet.

Veranstaltungshinweis

DVZ-Symposium „Kontraktlogistik – Konzepte und Strategien für eine langfristig profitable
Kooperation mit mehr Rendite" am 8. Dezember in Hamburg. Ziel ist es auch, mögliche Potenziale aufzuzeigen. www.dvz.de/kontraktlogistik

 

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