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Studie: Kürzungen in der Krise rächen sich

Rasantes Wachstum überfordert Lieferketten

Produktion von Halbleiterplatten: In dieser, aber auch in anderen Branchen gibt es schon Lieferengpässe. (Bild: dpa)

Von Claudius Semmann, Hamburg

26.07.2010 | Kommt die Wirtschaft wieder in Fahrt, steigen die Anforderungen an Flexibilität und Reaktionsfähigkeit in der Lieferkette. Dafür sind die meisten Unternehmen nicht gerüstet. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Global Supply Chain Trends 2010 – 2012" der Managementberatung PRTM. An der Umfrage nahmen rund 350 Industrie- und Logistikunternehmen aus Amerika, Asien und Europa teil.

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Als Reaktion auf die Krise haben die Unternehmen vor allem Kosten reduziert und Risikomanagementmethoden etabliert. Aus kurzfristigen Überlegungen heraus wurden allerdings auch Lieferantenbeziehungen gekappt und Partnerschaften vernachlässigt. "Die Supply Chain Performance vieler Unternehmen erreicht deshalb zurzeit nicht das notwendige Maß", sagt
Supply-Chain-Experte Reinhard Geissbauer, einer der Autoren der Studie. Das zeigten Lieferengpässe bei Halbleitern und bei Rohmaterial. Chip-Engpässe haben zuletzt immer wieder die Produktion in der Autoindustrie oder der Solarbranche ausgebremst. So musste Nissan vergangene Woche zum Beispiel die Produktion einiger Fabriken in den USA und in Japan unterbrechen.

Die deutschen Branchenverbände berichten unterdessen nur von vereinzelten Lieferengpässen: so zum Beispiel im Maschinenbau, aufgrund derzeit oft sehr kurzfristiger, kleinteiliger Aufträge. Im Rahmen des Konjunkturtests des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) wird quartalsmäßig nach Produktionsbehinderungen infolge von Materialknappheit gefragt. Im Juli lag dieser Anteil im Maschinenbau bei zwölf Prozent – nach sieben Prozent im April. "Obgleich es durchaus Fachsparten gab, wo dieser Anteil nahezu ein Drittel der Firmen betraf", berichtet Gernot Nerb, Leiter des Bereichs Branchenforschung, gegenüber der DVZ.

Um am erwarteten Wachstum bestmöglich teilzuhaben, sei es entscheidend, gemeinsame Planungsprozesse zu etablieren, sagt PRTM-Principal Michael D’heur, der die Studie geleitet hat. "Den meisten Unternehmen fehlt die Fähigkeit zur Kurzfristplanung, vor allem über Firmengrenzen hinweg."

Große Unsicherheiten

Der Untersuchung zufolge bleiben die Wertschöpfungsketten hoher Planungsunsicherheit unterworfen. Die Komplexität der Strukturen steigt. Auch die Risiken nehmen auf absehbare Zeit nicht ab, weil sich immer noch viele Unternehmen in Schieflagen befinden. DVZ 24.7.2010

Zu diesem Thema finden Sie in der aktuellen DVZ vom 24. Juli 2010 auch den Kommentar "Jetzt droht auch noch die Peitsche" von Claudius Semmann, Fachredakteur für Logistik, auf Seite 2 und den Bericht "SC-Manager im Zugzwang" von Claudius Semmann auf Seite 5

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