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Joint Venture vor der Gründung /Ziel ist Verlagerung auf die Schiene

Handelslieferanten bündeln Frachteneinkauf

Markenartikel werden oft in den gleichen Märkten verkauft. Den Weg dahin legen sie bisher fast immer getrennt nach Herstellern zurück. Hier liegt großes Potenzial.

Von Michael Hollmann, Bremen

31.01.2012 | In der Logistik für Nahrungsmittel, Reinigungs- und Pflegeprodukte dürfte es die Transportwirtschaft bald mit einem neuen mächtigen Großkunden zu tun haben. So will eine Reihe von Verladern – darunter Kraft Foods, Nestlé, Colgate-Palmolive, SC Johnson und die niederländische Supermarktkette Ahold – noch dieses Jahr Einkauf und Steuerung ihrer Werkverkehre zusammenlegen.

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Die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für Frachteneinkauf und Betreuung der Transportdienstleister steht unmittelbar bevor. Das teilten Vertreter von Kraft Foods und der Beratungsfirma Capgemini am Mittwoch auf dem BME/VDV-Schienenlogistikforum in Neuss mit. Mit einer Unterzeichnung der Verträge sei schon in den kommenden Wochen zu rechnen, sagte Dr. Christoph Windheuser, Leiter des Bereichs Logistik bei Capgemini. Die Beratungsfirma begleitet das Projekt. Der Sitz des Joint Ventures Independent Logistics Optimizer (ILO) steht noch nicht fest. Zudem würden noch Fach- und Führungskräfte gesucht.

Vorrangiges Ziel ist es, die Verkehre zwischen den Produktionsstandorten in Zentraleuropa und den Verteilzentren in Nordwesteuropa herstellerübergreifend zu bündeln und von der Straße auf den Kombinierten Verkehr zu verlagern. Bereits Ende 2010 gab es gemeinsame Pilotverladungen mit Iso-Containern, um die Vorteile einer Bündelung in Bezug auf CO2-Emissionen und Transitzeiten zu ermitteln. Auf der Route vom slowakischen Senec zum englischen Bicester – nordwestlich von London – sei eine Emissionseinsparung von 32 Prozent bei einer moderaten Transitzeitverlängerung von 13 Prozent gemessen worden.

Noch in diesem Quartal soll der Pilotbetrieb mit ILO starten. „Ende 2012 können wir vielleicht schon die Ergebnisse auswerten, um das Projekt dann hochzufahren", hofft Windheuser.

Der Schwerpunkt dürfte zunächst auf den Ost-West-Strecken liegen. Nach und nach könnten mehr Nord-Süd-Relationen hinzukommen. Das Projekt sei offen für weitere Handelslieferanten.

Heute läuft ein Großteil der Transporte aus Zentraleuropa nach Westen per Lkw, weil die Hersteller individuell nicht über ausreichende Mengen für die Bündelung auf der Schiene verfügen. Die Partner hätten laut Windheuser erkannt: „Der Wettbewerb muss im Regal stattfinden, nicht auf der Strecke dorthin." (DVZ 28.1.2012)

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