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Die Gewerkschaften fordern Einkommensverbesserungen im Volumen von sechs Prozent. Zudem wollen sie einen Einheitsflächentarif für den Nahverkehr, wo die Konkurrenz des Branchenführers Deutsche Bahn meist schlechter bezahlt. Gibt es bis Ende Juli keine Einigung, drohen Streiks während der Ferienzeit den Schienenverkehr lahmzulegen.
"Unser Ziel ist es, heute hier beim Bahnvorstand noch einmal deutlich zu machen, dass es uns um eine Einkommensverbesserung für die Beschäftigten bei der Bahn AG und um einen Branchentarifvertrag geht", sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner. GDBA-Vize Heinz Fuhrmann sprach neben einer "akzeptablen Einkommenserhöhung" auch von Zulagen bei ungünstigen Arbeitszeiten wie der Nachtschicht und Regeln zur Altersteilzeit. "Das Ganze ist ein Gesamtvolumen von sechs Prozent. Und wir erwarten, dass der Bahnvorstand uns hier etwas an die Hand gibt, mit dem wir leben können", sagte Fuhrmann.
Die Jobgarantie hingegen steht für die Gewerkschaften nicht ganz oben an. "Die Beschäftigungssicherheit läuft noch bis Ende diesen Jahres und hat noch ein Jahr Nachwirkungen. Wir glauben, dass dieses Thema natürlich auch verhandelt werden muss, aber es steht nicht im Fokus der diesjährigen Einkommensrunde", sagte Fuhrmann.
Branchentarif im Zentrum
Die Jobsicherheit hänge auch am geforderten Branchentarif. Dieser flächendeckenden Vorgabe für die Bezahlung im Nahverkehr steht die Deutsche Bahn offen gegenüber - luchst ihr doch die Konkurrenz mit günstigerem Personal Strecken ab. Allerdings seien ausgegliederte Tochterfirmen ohne Tarifbindung auch bei der Bahn AG längst die Regel, sagte Fuhrmann. Sie habe in den vergangenen zwei Jahren bei keiner Ausschreibungsbeteiligung Tarifzusagen gemacht. "Von daher richtet sich unsere Forderung nach einem Branchentarifvertrag auch gegen die Bahn AG, die derzeit auch Lohnsozialdumping betreibt."
Die Gewerkschaften bekräftigten abermals, dass es Streiks geben werde, falls der Branchentarifvertrag nicht bis Monatsende stehe. "Im Bereich des DB-Konzerns sind wir am 31. 7. aus der Friedenspflicht", sagte Fuhrmann. "Die Fußball-WM, das Sommermärchen, ist vorbei. Jetzt beginnen die harten Verhandlungen", sagte Transnet-Chef Kirchner.
Seinen Angaben zufolge sind derzeit auch die Tarifverträge bei 40 kleineren, privaten Bahnunternehmen offen. Die Verhandlungsrunde mit ihnen gehe am Donnerstag weiter. "Diese Bahnen haben es bisher nicht geschafft, sich zusammenzuschließen. Und es gibt dort einen - ich sage einmal - renitenten Arbeitgeberverband für diese Bahnen, der weiterhin versucht, jeglichen Verhandlungen aus dem Weg zu gehen."
Auch GDL verhandelt
Diesen Freitag beginnt auch die Lokführergewerkschaft GDL mit den Tarifverhandlungen für die 20.000 Lokführer bei der Bahn AG. Sie will fünf Prozent mehr Geld und auch einen Branchentarifvertrag, der jedoch nicht nur im Nah- sondern auch für alle Lokführer im Fernverkehr gelten soll. (dpa)






